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Predigt über Jakobus 5,7+8 von Pfr. Heidenreich für den 2. Adventssonntag (06. Dezember 2020)

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da
kommt – Jesus Christus!
Hört als Predigttext ein kurzes, aber enorm wichtiges Wort aus Jakobus 5,7+8:
So seid nun geduldig, liebe Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des HERRN.
Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis
sie empfange den Frühregen und den Spätregen.
Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des HERRN ist
nahe.
Krieg und Terror sind noch nicht gebannt,
und das Unrecht nimmt noch überhand.
Doch der Tag, er steht schon vor der Tür.
HERR, du kommst! Wir danken dir dafür. Amen
Liebe Gemeinde!
„Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen“, haben wir gesungen,
„wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und siehet dir entgegen“.
Das singt sich so leicht. Doch deckt sich das auch mit unserem Leben? Schauen wir
auf Jesus? Warten wir auf ihn? ---
Worauf wartet Ihr, liebe Konfis? Vermutlich darauf, dass es bald heißt: „Tschüss,
Schule – bis nach den Weihnachtsferien!“
Worauf wartet Ihr sonst noch? Darauf, mit „16“ Moped fahren zu können, mit „17“
den Führerschein fürs Auto zu machen oder mit „18“ endlich volljährig zu werden
und sein eigener Herr zu sein?
Wenn Ihr dann älter werdet und heiraten möchtet, vielleicht darauf, den richtigen
Ehepartner zu finden, mit dem ihr ein Leben lang glücklich verheiratet sein könnt?
Worauf wartet Ihr Erwachsenen? Wer von Euch im Zenit des Lebens steht – so um
„40 plus" herum – vielleicht darauf, dass Ihr einen beruflichen Aufstieg erlebt, um
sich mehr leisten zu können. Mal auch einen Urlaub in fernen Länder.
Worauf warten die Älteren unter uns? Mancher vielleicht darauf, seinen Beruf
endlich an den Nagel hängen zu können – nicht mehr jeden Tag früh aufstehen zu
müssen, um abends geschafft nach Hause zu kommen.
Und diejenigen unter uns, die bereits Rentner sind, erhoffen sich, ihren Ruhestand
lange und ohne gesundheitliche Einschränkungen genießen zu können.
Vom Konfi bis zum Rentner: Alle warten. Warten gehört einfach zu unserem
Leben dazu!
Auch als Christen dürfen wir – ob jung oder alt – Erwartungen ans Leben haben.
Fragt sich nur, welche! ---
Ich möchte von einem Gespräch eines Großvaters mit seinem Enkel erzählen,
der gerade sein Abitur gemacht hatte:
„Wie geht es mit Dir jetzt weiter?“ will der Opa wissen. „Jetzt mach ich erst mal ein
freiwilliges soziales Jahr“, antwortet der Abiturient. – „Und dann?“ – „Dann beginne
ich mein Studium.“ – „Und dann?“ – „Dann hoffe ich auf ein gutes Examen.“ –
„Und dann?“ – „Dann möchte ich einen gutbezahlten Job zu finden.“ – „Und dann?“
– „Ja, dann ist es an der Zeit, ans Heiraten zu denken!“ – „Und dann?“ – „Dann kann
ich uns hoffentlich ein eigenes Häuschen bauen.“ – „Und dann?“ – „Ja, dann
wünsche ich mir, Kinder zu haben.“ – „Und dann?“ – „Ja, dann hoffe ich, auf der
beruflichen Leiter nach oben zu klettern!“ – „Und dann?“ –
„Dann möchte ich mir viele Wünsche erfüllen können!“ – „Und dann?“ – „Ja, dann
kommt irgendwann einmal der Ruhestand.“ „Und dann?“ – „Ja, dann lass ich es mir
gut gehen und werde ich nachholen, wozu ich vorher keine Zeit hatte.“ – „Und
dann?“ ---
An der Stelle springt der Enkel wutentbrannt auf und schreit seinen Großvater an:
„Du mit deinem blöden: Und dann und dann und dann!“ Er steht auf, geht aus dem
Zimmer und knallt die Türe hinter sich zu. Auf das letzte „Und dann?“ wusste er
nämlich keine Antwort.
Doch gerade auf sie kommt es entscheidend an! Wer nämlich im Leben nur
Teilziele, aber kein Endziel hat, dem zerrinnt am Ende das Leben zwischen den
Fingern!
Ich könnte auch sagen: Wer kein bleibendes Ziel hat, dem nützt es nichts, alle seine
gesteckten Etappenziele erreicht zu haben!
Oder nochmals anders ausgedrückt: Wer nicht an eine Ewigkeit glaubt, dessen
Lebenszeit wird einmal trost- und hoffnungslos enden!
Worauf warten wir also?
Für Jakobus gab es nur ein Warten, das sich wirklich lohnt: Das Warten auf das
„Kommen des HERRN“, seines Heilandes Jesus Christus!
Ob Euch Konfis oder junge Erwachsene ein Warten darauf vom Hocker haut? Ich
denke kaum. Ihr habt doch das Leben erst vor Euch bzw. viele von Euch stehen
bereits mitten drin!
Auch die Älteren und Alten unter uns haben noch ihre Erwartungen ans Leben!
Wem würde da eine plötzliche Wiederkunft Jesu in seinen Terminkalender oder gar
in seine langfristig angelegte Lebensplanung passen?
Nicht, dass wir an Jesu Wiederkunft zweifeln! Wir beten ja im Vaterunser: „Dein
Reich komme!“
Aber, Hand aufs Herz: Meinen wir das wirklich ernst? Wünschen wir uns Gottes
Reich herbei?
Ja, Jesus soll schon einmal wiederkommen, um dieser „bösen Welt“ ein Ende zu
machen.
Aber doch nicht gleich, nicht sofort! Erst wollen wir doch noch dies und das erleben
... oder?
Davon hat auch der Liederdichter Manfred Siebald einmal gesungen: Wir beten
laut: „Herr kommt doch wieder!“, und denken leise: „Jetzt noch nicht!!!“
Und auch en Martin Luther klagte schon über die Christen seiner Zeit, sie würden
das ewige Leben mit blinzelnden Augen, das irdische Leben aber mit aufgerissenen
Augen anschauen.
Dabei müsste es, so Luther, eigentlich umgekehrt sein: nämlich, dass wir das
irdische Leben mit blinzelnden Augen, das himmlische Leben aber mit weit
aufgerissenen Augen anschauen!
Doch nicht nur das ist für viele Christen ein Problem, sondern auch das lange
Warten auf das „Kommen des HERRN“. Fast 2000 Jahre sind schon vergangen –
und von einer Wiederkunft Jesu ist weit und breit nichts zu sehen. Sollten am Ende
die Recht haben, die gerne spotten: „Hoffen und Harren macht manchen zum
Narren“?
Doch die Spötter vergessen alle: Gottes Uhren gehen anders als unsere Uhren!
„Tausend Jahre sind vor ihm wie der Tag, der gestern vergangen ist,“ sagt die Bibel.
Nach Gottes Zeitrechnung sind dann – wenn man so will – seit Christi Himmelfahrt
gerade erst einmal zwei Tage vergangen!
Deshalb braucht es beim Warten auf Jesu Wiederkunft Geduld, schreibt Jakobus –
vom griechischen Urtext her könnte man auch übersetzen: braucht es einen langen
Atem.
„Geduld ist nicht meine Stärke!“ sagen manche. Ja, sie fehlt uns oft. Daher greift
Jakobus zu einem Vergleich: „Leute, schaut den Landwirt an! Er weiß, er kann das
Wachsen der Frucht nicht ‚machen’.
Er kann nach der Aussaat im Frühjahr nur warten. Warten auf Regen und
Sonnenschein, damit eine gute Ernte heranreift.“
Genauso weiß der Glaube: Er kann die Wiederkunft Jesu nicht „machen“. Er kann
nur darauf warten! Warten, bis diese Welt zur Ernte reif ist.
Doch die Saat ist ausgesät! „Das Kommen des HERRN ist nahe.“ Unaufhaltsam!
Manche wundern sich: „Warum warten alle Christen, deren einzige Hoffnung Jesus
Christus ist, seit seiner Himmelfahrt auf seine Wiederkunft?“
Weil sie sich danach sehnen, dass diese Welt endlich erlöst wird von Krankheiten
und Seuchen, von Hass und Gewalt, von Terroranschlägen und Kriegen, von
Sterben und Vergehen.
Vor allem, weil sie sich danach sehnen, dass Gott endlich aus seiner Verborgenheit
heraustritt und er ihnen aufzeigt, dass auch schwere und leidvolle Zeiten ihres
Lebens nicht sinnlos waren, sondern zu seinem Plan unserer Erlösung gehörten –
womit dann alle ihre Fragen nach dem „Warum" gelöst sein werden. ---
Damit wir Christen im Warten darauf nicht nachlassen oder gar aufgeben, rät uns
Jakobus hier: „Stärkt eure Herzen!“
Ein „Herzmittel“ dazu gibt es zwar nicht, aber einen Arzt dafür: Jesus! Ihn baten
nämlich seine Jünger einmal: „Herr, stärke uns den Glauben!“
Darum dürfen auch wir bitten: um tapferen, mutigen, verwegenen, zuversichtlichen
Glauben. Auch um einen Glauben, der nicht vorschnell aufgibt, sondern einen
langen Atem hat und geduldig ist!
Wir dürfen es nur nicht wie jener Christ machen, der einmal betete: „Herr, schenke
mir Geduld – aber bitte sofort!“
Nein! Wenn Gott mit uns so viel Geduld hat, dann dürfen wir auch mit uns selber
Geduld haben und nicht aufhören, um Geduld zu bitten – auch um ein geduldiges
Warten auf Jesu Wiederkunft.
Denn sie ist nahe, wie Jakobus hier schreibt.
Ich weiß nicht, wie nahe. Vielleicht ist sie uns näher als wir ahnen. Vielleicht ist sie
ferner als wir denken.
Aber das müssen wir wissen, hat Luther einmal gesagt: „Der Tod ist jedes
Menschen jüngster Tag.“ Jesus kommt früher oder später einmal auf dich und mich
zu! Wann, weiß keiner von uns. ---
Wie tröstlich dann, dass er jeden Tag auf dich und mich zukommt, um uns seine
unsterbliche Liebe zu schenken.
Öffnen wir ihm daher unser Herz: reden wir mit ihm, hören wir auf ihn! Denn mit
Jesus hat unser Leben eine Zukunft über den Tod hinaus. ---
Ich denke an einen lebensfrohen jungen Mann. Die Diagnose der Ärzte für ihn ist
hoffnungslos! Seine Eltern haben ihn nach Hause geholt, damit er im Kreis seiner
Familie sterben kann.
Unfassbar! Eben konnte er noch Bäume ausreißen. Jetzt liegt er blass in den
Kissen. Erst 18 Jahre alt! Dabei hatte er große Pläne: wollte das Abitur machen,
dann Medizin studieren, um als Missionsarzt in die Dritte Welt zu gehen.
Der Jugendkreis seiner Gemeinde, in den er geht, besucht ihn. Seine Freunde
fragen ihn, welches Lied sie ihm singen sollen. Er wünscht sich einen alten Choral,
der seit seiner Konfirmation zu seinen Lieblingsliedern gehört: „Ich habe nun den
Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält.“
Denn er weiß, was ihn hält – richtiger gesagt, wer ihn hält: Jesus! Er lässt ihn nicht
versinken in Hoffnungslosigkeit oder Verzweiflung. Bei Jesus kann er vor Anker
gehen, kann er sein Leben festmachen, hat er festen Boden unter den Füßen. Ja,
hat er eine Zukunft, die ihm keiner nehmen kann.
Der 18-jährige hat das Leben längst noch nicht satt – natürlich. Er würde gerne noch
weiterleben – natürlich. Er weint oft vor Schmerzen – natürlich. Manchmal auch vor
Abschiedsschmerz.
Und dennoch stirbt er lebenssatt, wie nur einer sterben kann, der eine unsterbliche
Hoffnung hat!
Abends schaut die Mutter noch einmal nach ihrem Jungen. Sie weiß, dass er nur
noch wenige Tage zu leben hat. Am nächsten Morgen kommt sie in sein Zimmer,
öffnet die Vorhänge und sieht: Ihr Junge ist tot – nachts im Schlaf gestorben!
In seinen Händen findet sie einen Zettel. Mit Bleistift hat er mit letzter Kraft ein paar
Wort darauf gekritzelt. Fast unleserlich, aber vielsagend.
Es sind Worte des dänischen Philosophen Sören Kierkegaard:
„Noch eine kurze Zeit, dann ist’s gewonnen,
dann ist der ganze Streit in nichts zerronnen,
dann will ich laben mich an Lebensbächen
und ewig, ewiglich mit Jesus sprechen.“
Unglaublich! So stirbt ein 18-jähriger, weil er Jesus ganz nahe wusste – ganz nahe
bei sich. Und daher im Sterben gewiss war: Ich vergehe nicht. Ich gehe auf Jesus
zu!
Und er kommt mir entgegen, um mich in die Arme zu schließen und mich nie mehr
loszulassen. Das wird der Himmel sein!
Wenn man mit so einer Hoffnung ruhig sterben kann, dann kann man mit ihr auch
getrost leben. Diese Hoffnung macht uns nicht zum Narren. Sie macht uns selig –
grenzenlos glücklich – ohne Ende!
Amen
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als unsere Vernunft, der bewahre eure
Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen

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Hardtstr. 7
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