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Predigt über die Lutherrose von Pfr. Heidenreich für das Reformationsfest (01. November 2020)

Lesegottesdienst zum Reformationsfest am 01.11.2020

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. - Amen

Der Herr sei mit euch. - Und mit deinem Geist.

 

Liebe Gemeinde!

Zum Reformationsfest möchte ich Sie alle ganz herzlich begrüßen mit dem Wochenspruch aus 1. Korinther 3,11:

Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Christus Jesus.

Unser Gottesdienst soll heute ganz im Zeichen Martin Luthers stehen! Wir werden Lieder Luthers singen, mit Worten Luthers beten und über sein Wappen, die Lutherrose, nachdenken.

Ich wünsche uns allen einen gesegneten Gottesdienst.

 

Bild der Lutherrose:

 

 

Eingangslied 193,1-3 Erhalt uns, Herr

 

Kollektengebet

Lasst uns gemeinsam Luthers Morgensegen beten!

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen

Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein Tun und Leben gefalle.

Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

Amen

 

Lesung aus Römer 3,21-28

Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben.

Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.

Den hat Gott für den Glauben hingestellt zur Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit der Geduld Gottes, um nun, in dieser Zeit, seine Gerechtigkeit zu erweisen, auf dass er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist aus dem Glauben an Jesus.

Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

 

Glaubensbekenntnis

Wochenlied 299,1-3 Aus tiefer Not

 

Gnade sei mit euch von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus. Amen

Gebet

 

Liebe Gemeinde!

Auf dem Liedblatt habe ich das Wappen Martin Luthers mit abgedruckt, die sogenannte Lutherrose.

In einem Brief erklärt Luther selber einmal dieses Wappen. Er schreibt: Das erste soll ein schwarzes Kreuz sein, mitten im Herzen, welches seine natürliche Farbe hat, damit ich mich selber daran erinnere, dass der Glaube an den Gekreuzigten uns selig macht. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht.

Luther liegt damit ganz auf der Linie des Apostels Paulus, der damals schrieb: Ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten. ---

Jemand anderes sagte einmal: „Das Kreuz von Golgatha ist für uns Gottes Himmel auf Erden. Wenn ich unter dem Kreuz stehe, ist über mir der Himmel offen.“

Denn allein das Kreuz, an dem Jesus für uns starb, ist unsere Brücke zu Gott. Das Kreuz Jesu schließt uns den Himmel auf. ---

Eigenartig aber, dass Luther in seinem Wappen das Kreuz in schwarzer und das Herz in roter Farbe haben wollte. - Wäre es umgekehrt, würde ich es verstehen: Das Herz schwarz, gezeichnet von unserer Sünde und Schuld; das Kreuz aber rot, von Liebe zu uns Sündern und Versagern entbrannt.

Hilfreich dabei ist, was Pfarrer Busch einmal erzählte: In Essen brannte in der „Reichskristallnacht“ die jüdische Synagoge völlig aus. Später wurde diese Stadt bombardiert. Überall brannte es. Wer sich aber in die ausgebrannte Synagoge flüchteten, war gerettet! Denn zwischen den verkohlten Mauerresten gab es nichts mehr zum Brennen. Es hatte dort ja schon einmal gebrannt.

 

Pfarrer Busch sagte dazu: „Es gibt einen einzigen Ort, über den das Feuer des Zornes Gottes schon ging und der darum Zuflucht bietet: Das ist das Kreuz Jesu! Wie hat dort das Feuer gebrannt, als Jesus rief: Mein Gott! Mein Gott! Warum hast du mich verlassen? Aber jetzt ist man in alle Ewigkeit dort sicher vor dem Gericht Gottes.“

Was für eine gute Nachricht: Wenn unsere Schuld wie Feuer im Herzen brennt und uns verklagt, dann dürfen wir uns unter das Kreuz Jesu flüchten. Wenn wir das tun, dann sind wir selig, gerettet für immer! -

 

- Verständlich, wenn Luther sein Wappen weiter so beschreibt: „Dieses Herz aber soll in einer weißen Rosen stehen, um anzuzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe.“

Das Wort vom Kreuz ist bis heute eine frohmachende, tröstende und Frieden schenkende Botschaft. Deshalb sollte die Rose die Farbe Weiß haben – die Farbe der Freude. Einer Freude, die in die Tiefe reicht!

Deshalb konnte Luther sagen: „Ein Christenherz auf Rosen geht, auch wenn´s mitten unterm Kreuze steht“ – weil Christus auch im Leid bei uns ist. -

Da schreibt eine 45-jährige schwerkranke Frau an ihre Freundin: „Das ist es, was mich so froh macht: einen Hirten zu haben, der weiß, was für mich gut ist, der sich über mich erbarmt, weil er sieht, wie ich mich oft abquäle.“

Von ihren vier Kindern soll das jüngste im kommenden Frühjahr konfirmiert werden. Sie weiß nicht, ob sie dieses Fest noch miterleben wird.

Sie trägt dabei ihre Krankheit nicht wie eine Heldin. Oft ist sie ganz am Boden, völlig verzweifelt.

Aber in aller Verzweiflung weiß sie: „Ich habe einen Hirten!“ Und es bleibt nicht allein bei diesem Wissen. Denn so schreibt sie weiter in ihrem Brief:

„Ich nehme meinen Hirten und sein Erbarmen oft in Anspruch. Mein kräftezehrendes Sorgen bringe ich immer wieder zu ihm und empfange dann von ihm neue Kraft, Ermunterung und Trost.“

Es ist wirklich so, wie Luther gesagt hat: „Ein Christenherz auf Rosen geht, auch wenn´s mitten unterm Kreuze steht.“ ---

Hören wir weiter Luthers Erklärung seines Wappens:

„Solche Rose stehet in einem himmelblauen Feld, um anzuzeigen, dass solche Freude im Glaube ein Anfang ist der zukünftigen Freude im Himmel. Jetzt wohl schon im Herzen begriffen und durch Hoffnung gefasst, aber noch nicht offenbar.“

Zugegeben, wenn man das nicht öfters lesen kann, tut man sich mit dem Verstehen schwer.

Anders, wenn man es auf dem Hintergrund leidvollen menschlichen Lebens hört!

Da erkrankt ein 34-jähriger Familienvater an einem Gehirntumor. Ärztliche Kunst kann bald nichts mehr ausrichten. Er ist dem Tod geweiht.

Aber er ist auch ein Kind Gottes, das etwas vom Himmel weiß. Auf dem Sterbebett kann der Mann nur noch ganz leise und kaum verstehbar drei Zahlen murmeln: 3-7-0.

Seine Frau begreift sofort, was er damit sagen will, holt sein Gesangbuch, schlägt Lied 370 auf und liest ihm dann das Lied Paul Gerhardts vor:

„Warum sollt ich mich denn grämen?

Hab ich doch Christus noch,

wer will mir den nehmen?

Wer will mir den Himmel rauben,

den mir schon Gottes Sohn

beigelegt im Glauben?“

So erleben Menschen, deren Herz für Christus entbrannt ist, etwas von dem Himmel, der uns zwar unsichtbar, aber doch real umfängt.

Sie fallen dann nicht in ein Loch der Angst oder Verzweiflung, sondern erfahren Geborgenheit, wenn sie alles loslassen und zurücklassen müssen, was ihnen im Leben bisher lieb und wert war. Denn sie haben durch Jesus die unsterbliche Hoffnung im Herzen: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.

Vielleicht verstehen wir jetzt Luthers Erklärung der Rose in seinem Wappen besser, wenn er sagt: „Solche Rose stehet im himmelfarben Felde, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlischen Freude zukünftig.“

Und wenn Luther dann in seiner Beschreibung fortfährt: „Und um dieses Feld einen goldenen Ring, dass solch Seligkeit im Himmel ewig währet und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das höchste, köstlichste Erz ist.“

Beim „goldenen Ring“ denke ich natürlich zunächst an den Ehering. Doch jeder Ehebund geht mit dem Tod eines Menschen einmal zu Ende.

Nicht aber der Bund des Friedens, den Gott in Jesus mit aller Welt geschlossen und in den er alle fest eingeschlossen hat, die an den Heiland und Erlöser der Welt glauben! Dieser Bund seiner Liebe und Treue ist unverbrüchlich. Er ist wie ein goldener Ring. Er umschließt unser Leben in Zeit und Ewigkeit!

Die Garantie dafür ist Jesus, der dir und mir zuruft: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Deshalb hat man nach dem Tod des Reformators um die Lutherrose den Schriftzug VIVIT (lateinisch: „ER lebt“) ergänzt – als Hinweis auf den Sieger über alle Todes- und Höllenmächte dieser Welt.

Denn wir wissen, dass Luther in Zeiten großer Anfechtungen oft das Wort VIVIT auf den Tisch oder an die Tür schrieb, um sich zu erinnern und zu ermutigen: Jesus lebt doch, mein Retter und HERR!

Für Luther war dieses Vertrauen die Basis für sein Leben. Auf Jesus konnte er sich verlassen – vor allem dann, wenn er im Glauben angefochten war.

Bekannt ist sein so ehrliches und zugleich tröstliches Bekenntnis:

„Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen.

Wenn ich nicht glauben darf, dass Gott mir um Christi willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe, so ist’s aus mit mir. Ich muss verzweifeln.

Aber das lasse ich bleiben. Wie Judas an den Baum mich hängen, das tu’ ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest. ---

Dann spricht er zum Vater: Dieses Anhängsel muss auch durch. Es hat zwar nichts gehalten und alle deine Gebote übertreten, Vater, aber er hängt sich an mich. Was will’s! Ich starb auch für ihn. Lass ihn durchschlüpfen. Das soll mein Glaube sein.“ - Und das darf auch mein und unser aller Glaube sein! Amen

 

Und der Friede Gottes, welcher höher ist, als unsere menschliche Vernunft, der bewahre Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

 

Predigtlied 351,1-3 Ist Gott für mich, so trete

 

Fürbitten

Lasst uns mit Worten Martin Luthers beten!

Siehe, Herr, ich bin wie ein leeres Gefäß, fülle es!

Ich bin schwach im Glauben, stärke mich!

Ich bin kalt in der Liebe, lass mein Herz brennen!

Lass meine Liebe herausströmen auf meinen Nächsten.

Ich habe keinen festen und starken Glauben, ich zweifle zuweilen und kann nicht völlig vertrauen.

Ach, Herr, hilf mir!

Mehre meinen Glauben, lass mich dir vertrauen.

Ich bin arm, du bist reich, doch du bist gekommen, dich der Armen zu erbarmen.

Ich bin ein Sünder, du bist gerecht; ich leide an der Sünde, in dir ist die Fülle der Gerechtigkeit.

Ich bleibe bei dir; denn von dir darf ich nehmen und muss nicht geben. Amen

 

Vaterunser

 

Segen

 

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