St. Bartholomäus Mistelbach (Foto: S. Römpp)

Lieber Gast,

wir begrüßen Sie herzlich zu einem virtuellen Rundgang in unserem Gotteshaus.

Wir hoffen, dass Sie Freude an unserer schönen Kirche St. Bartholomäus finden werden – sei es beim Besuch auf dieser Homepage oder bei einer tatsächlichen Besichtigung in Mistelbach. Möge Ihnen der Gesamteindruck Inspiration für ein Gebet sein und Kraft und Zuversicht für den Alltag geben.

Wolfgang Heidenreich, Pfarrer

 

Evang.-Luth. St. Bartholomäuskirche

in Mistelbach, einem Dorf im Südwesten von Bayreuth am Rande der Fränkischen Schweiz.

Die sehenswerte Kirche befindet sich in der Ortsmitte, etwas zurückgesetzt von der Hauptstraße und inmitten des ehemaligen Friedhofs.


St. Bartholomäus - aus Richtung Forkendorf schon von weitem zu sehen. (Foto: H. Wessels 2015)

 


In der Dorfmitte gelegen – die Kirche und das Gemeindehaus rechts (Foto H. Wessels)

 

Mistelbach ist eine politisch selbstständige Gemeinde mit rund 1600 Einwohnern, darunter viele Bürgerinnen und Bürger, die in der nahe gelegenen Stadt arbeiten.

Eine viel befahrene Hauptstraße, ein schön gestalteter Dorfplatz mit einer noch jungen Linde, mit Sitzbänken und einem schlichten Brunnen, das frühere Schloss, einige landwirtschaftliche Betriebe, das Gewerbegebiet im Westen und mehrere Wohnsiedlungen prägen den Ort. Drei Gaststätten bieten dem Besucher Stärkung und Unterkunft. Kindertagesstätte und Grundschule sorgen für die Bildung unserer jungen Bürgerinnen und Bürger. Die moderne Röm.-Katholische Kirche „Maria, Hilfe der Christen“ ist eine Filialkirche der kath. Pfarrgemeinde Eckersdorf.

Turm, Chorraum, Kirchenschiff (Foto H. Wessels)  


Gittertor (Foto S. Römpp)

Hinter der Kirche, inmitten des ehemaligen Friedhofs
 

Bei einem Gang um die Kirche sieht der Besucher sofort die erfolgreich sanierte Mauer, die das Kirchengelände größtenteils umfasst, unterbrochen durch ein Tor mit schöner Eisengittertür.

Man erkennt an der Kirchenmauer nach Osten noch zwei kleine, offensichtlich romanische Rundbogenfenster. Ein drittes wurde vermauert. Der Chor ist im 12. oder 13. Jahrhundert entstanden. Der aus Sandsteinen gemauerte Turm steht seitlich vom Chor, sein Untergeschoß stammt aus dem 14. Jahrhundert. Etwa gleichzeitig wurde auch der schöne Vorbau vor dem sogenannten Brautportal errichtet; dieser ergänzt die südliche Längsseite der Kirche. Hier zieht an besonderen Festtagen die Kirchengemeinde ein.

 

Alte Grabstätten (Foto H. Wessels)

Vorhalle vor dem Brauttor (Foto H. Wessels)

Im Osten weisen drei alte Grabstätten darauf hin, dass bis in die Mitte der 90er Jahre Bürgerinnen und Bürger hier ihre letzte Ruhestätte fanden.

Das Kirchenschiff mit Blick in Richtung Altar. (Foto: S. Römpp)

 

Gut sichtbar sind die beiden bebilderten Emporen und die prächtig bemalte Decke.

Der Innenraum des Gotteshauses zeigt sich im barocken Stil. Prägend dafür war die Zeit der Bayreuther Markgrafen. Trotzdem handelt es sich nicht um eine der sogenannten Markgrafenkirchen mit den Ihnen eigenen besonderen architektonischen und künstlerischen Stilelementen.

Zwei Emporen, deren Brüstungen mit 52 Motiven aus dem Leben Jesu prächtig bemalt sind, und die großartige, ebenfalls farbig bebilderte Decke – ein Tonnengewölbe -  beeindrucken den Besucher.

Epitaphe, große Gemälde geben Zeugnis von Menschen, die in ihrer Zeit für die Menschen in der Kirchengemeinde und für das Gotteshaus ihre geistliche Kraft und materielle Opfer bereit stellten.

Zahlreiche Fresken weisen auf das Alter der Kirche hin.

 

Altar (Foto: H. Wessels)

Predella im Altar: Abendmahlszene (Foto: H. Wessels)

Markgräfliches Wappen (Foto: H. Wessels)

Im Chorraum steht der 1712 von Johann Caspar Fischer geschaffene Altar, der von der Kreuzigungs- gruppe beherrscht wird. Bekrönt wird er vom auferstandenen Christus, im Obergeschoss ist Gottvater gemalt, seitlich stehen Moses und Johannes der Täufer, und in der Predella ist das Abendmahl dargestellt, aber nicht wie meist die Einsetzung am Gründonnerstag, sondern die Austeilung des Mahles durch zwei evangelische Pfarrer. Das Wappen der Bayreuther Markgrafen weist auf das Herrschergeschlecht als Hüter der protestantischen Kirche im Staate hin.

Hinter dem Altar hoch oben neben den Fenstern steht geschrieben:

 Eine Erinnerung daran, dass ein Gotteshaus der ständigen liebevollen Betreuung und Fürsorge durch Kirchenmitglieder bedarf.

 

 Eines der vielen Emporenbilder „Die Taufe Christi“ (Foto H. Wessels)

Deckenmedaillon „Die Speisung des Elia durch den Raben“ (Foto H. Wessels)

Das Kirchenschiff beeindruckt durch die vielen Bilder an den beiden Emporen, an der Decke und am Chorbogen. Die Kunstwerke sind Raumschmuck und Bibelkunde zugleich.

Dreiundfünfzig Bilder an den beiden Emporen erinnern in beeindruckender Weise an das Leben Jesu. Die Decke zeigt Motive aus dem Alten Testament. Die meisten Bilder sind mit kurzem Text versehen, der den Bildinhalt und oft auch die entsprechende Bibelstelle angibt.

Die Orgel wurde 1996 bei der letzten Renovierung eingebaut. Es handelt sich um eine Boschorgel aus Kassel. Sie besitzt 18 Register auf zwei Manualen und einem Zimbelstern. Sein Erklingen macht den Besuchern des Weihnachtsgottesdienstes eine besondere Freude.


Die ganz in Weiß gehaltene Orgel kommt inmitten der farbenprächtigen Bilder der Empore

und der Decke besonders gut zur Geltung (Foto S. Römpp)

 

 Die große Glocke (Foto: W. Heidenreich)

 

Drei Glocken rufen die Gemeinde zum Gebet oder zum Gottesdienst:

- große Glocke von 1736, Ton g, unterer Durchmesser 120 cm, Höhe 72 cm; Gewicht 658 kg

- mittlere Glocke von 1953 (Gebetsglocke); Ton a; Durchmesser 89 cm; 382 kg;

- kleine Glocke von 1953 (Taufglocke), Ton c; Durchmesser 74 cm; 214 kg

 

               

 Im Vorbau zum Brautportal befindet sich ein alter Sakristeischrank, ein seltenes Zeugnis aus der Zeit der Gotik. Rechtes Bild ein sehr alter Opferstock steht im Gang vor dem Brauttor. (Fotos: H. Wessels)

 


Wandbilder in der Sakristei (Foto H. Wessels)

Nachdrucke der Bilder Albrecht DürersDie vier Apostel“ (Johannes, Petrus links, Paulus, Markus rechts, wobei der Bibelkundige weiß, dass Markus kein Apostel war, sondern „nur“ Evangelist).

 

Das Patrozinium des Hl. Bartholomäus

Ursprünglich eine St. Martins-Kirche wurde das Gotteshaus nach der Reformation dem Apostel Bartholomäus geweiht. Die beispielhafte Nachfolge Christi und das damit verbundene Martyrium des Apostels Bartholomäus waren gewiss Grund genug für die Wahl des Kirchenpatrons.

Vielleicht könnten auch die Erinnerung an das grausame Schicksal der Hugenotten in der Bartholomäusnacht in Paris (24. August 1572) und die anschließende Vertreibung der Hugenotten, von denen eine große Zahl im markgräflichen Raum eine neue Heimat fanden, Intention für die Namenswahl gewesen sein. Auf jeden Fall ist der Namenspatron eine Mahnung, die Würde des Menschen stets hoch zu achten und Gewissensfreiheit zu respektieren.

(Die Legende des Hl. Bartholomäus bei https://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Bartholomaeus.htm)

Blick in das prächtige Kirchenschiff

auf den bebilderten Orgelprospekt mit der wunderbaren Orgel (Foto S. Römpp)

 

„Unser Kirchengebäude gleicht einem großen Bilderbuch.

Wer sich darin umschaut, kann finden,

was er zum Leben und Sterben braucht.“

(Aus dem kleinen Kirchenführer von 1995*)

„Was du tust, bedenk das End, so wirst du nimmer sündigen.“

Jesus Sirach im 7. Kapitel (Foto: H. Wessels)

 

Der Kirchenbesucher findet auf einer Bank im Chorraum einen kleinen, ansprechend gestalteten Kirchenführer,

der zum näheren Kennenlernen des Gotteshauses günstig erworben werden kann.

 

Text: Helmut Wessels

 

Der vorliegende Text basiert u.a. auf Informationen aus:

 

Poscharsky, Peter

 

Die Kirchen der Fränkischen Schweiz, Schriftenreihe des Fränkische-Schweiz-Vereins Die Fränkische Schweiz – Landschaft und Kultur, Band 6, Erlangen, Palm und Enke, 1990, 1991, 1993³, ISBN 3-7896-0099-7, S. 286 – 289

 

Helmut Hofmann, Helmut Bayer und einem Arbeitskreis

 

Evangelisch im Bayreuther Land – Porträt eines Dekanatsbezirks; Verlag der Ev.-Luth. Mission Erlangen 1993

 

Klug, Herbert

 

kleiner Kirchenführer, ohne Jahresangabe

 

Weitere Literatur

     

   aus dem Archiv des Evang.-Luth. Pfarramts Mistelbach, vor allem Siegfried Nützel

 

Sind Sie an einer Besichtigung der Kirche oder an einer Führung interessiert?

 

Dann wenden Sie sich bitte an das

- Evang.-Luth. Pfarramt Mistelbach, 09201/363, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Wir bitten unbedingt um eine Voranmeldung.