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Predigt über Jesaja 5,1-7 von Prädikant Simon für Reminiszere (28. Februar 2021)

Predigt von Bernd Simon (Hummeltal) am Sonntag Reminiscere (28.02.2021) in Mistelbach

Liebe Gemeinde,
am vergangenen Samstag habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr wieder etwas im Garten gearbeitet. Sie vielleicht auch. Anfang November hatte ich im Internet nachgelesen wann und wie man einen Strauch schneidet, den wir im Garten haben Dritte Februarwoche hieß es da und so habe ich mir den 20. Februar als günstigen Termin dafür in den Kalender eingetragen. Eine Woche vorher hatten wir ja noch viel Schnee, da wäre es nicht möglich gewesen. Aber so war das Wetter optimal. Und wenn man die Schere in der Hand hat, waren gleich einige Büsche und Bäume an der Reihe.
Und nun hoffe ich, dass die Zweige gut austreiben und viele schöne Blüten entstehen.

So ähnlich ging es auch dem Mann in unserem heutigen Predigttext.
Er wird in einem Lied beschrieben – kein Psalm.
Der Prophet Jesaja singt das Lied vor den Bürgern von Jerusalem.

Ich lese den Text aus der Guten Nachricht, denn dort sind die Verse auch im Deutschen in Reimform gebracht worden, wie es zu einem Lied passt.
Jesaja 5,1-7 Auf fruchtbarem Hügel, da liegt mein Stück Land, dort hackt ich den Boden mit eigener Hand; ich mühte mich ab und las Felsbrocken auf, baute Wachtturm und Kelter, setzte Reben darauf. Und süße Trauben erhofft ich zu Recht, doch was dann im Herbst wuchs, war sauer und schlecht. Jerusalems Bürger, ihr Leute von Juda, was sagt ihr zum Weinberg, was tätet denn ihr da? Die Trauben sind sauer – entscheidet doch ihr: War die Pflege zu schlecht? Liegt die Schuld denn bei mir? Ich sage euch, Leute, das tue ich jetzt:
Weg reiß ich die Hecke, als Schutz einst gesetzt; zum Weiden solln Schafe und Rinder hinein! Und die Mauer ringsum – die reiße ich ein! Zertrampelnden Füßen geb ich ihn preis, schlecht lohnte mein Weinberg mir Arbeit und Schweiß! Ich will nicht mehr hacken, das Unkraut soll sprießen! Der Himmel soll ihm den Regen verschließen! Der Weinberg des HERRN seid ihr Israeliten! Sein Lieblingsgarten, Juda, seid ihr! Er hoffte auf Rechtsspruch – und erntete Rechtsbruch, statt Liebe und Treue nur Hilfeschreie! (Quelle: Gute Nachricht Bibel, aus: Jesaja 5, 1-7)
Das Lied beginnt fröhlich und erzählt von einem Mann, der sich einen Weinberg anlegt.
Viel Mühe und Arbeit steckt er hinein. Er gräbt ihn um, er liest die Steine heraus und das an einem steilen Hang. Wir kennen alle Weinberge am Main oder an der Mosel. Dort in der Schräge zu arbeiten ist scher. Der Weingärtner baut einen Zaun oder eine Mauer, pflanzt eine Hecke, baut einen Turm und einen Keller mit einer Kelter.
Und dann besorgt er sich edle wertvolle Weinstöcke und pflanzt sie ein. Sie wurzeln, treiben Blätter und Blüten. Soweit scheint alles in Ordnung und der Weingärtner freut sich auf die Frucht im Herbst.
Doch schon als die Blüten abfallen und die Früchte beginnen zu wachsen, wird sichtbar, dass etwas nicht passt. Es wachsen nur wenige, kleine Trauben und im Herbst zur Ernte sind sie immer noch klein. Der Weinbauer probiert sie und stellt fest: Sie sind sauer und ungenießbar. Daraus kann man keinen Wein keltern. Alle Arbeit umsonst.
Bis hierher ist das Lied eine Geschichte, die neutral von irgendjemanden erzählt und die Zuhörer denken sich vielleicht: Ach der Arme, der hat ja Pech!
Jesaja macht die Bürger von Jerusalem in dem Lied nun zum Richter: Sagt mir, was soll man mehr tun, das ich nicht getan habe? Ich habe alles darangesetzt, dass gute Früchte entstehen.
Und dann erklärt der Weinbauer: Hört zu, was ich jetzt mache: Ich reiße die Mauern ein und räume den Zaun weg, dass Tiere hineinkönnen und alles kahl fressen. Ich werde die Reben nicht mehr schneiden und den Boden nicht mehr hacken. Disteln und Dornen sollen wachsen. Der Weinberg ist mir egal!
„Recht hat er!“, denkt sich vielleicht der ein oder andere Zuhörer. Ich würde es genauso machen.
Sie machen das zuhause in ihrem Garten vielleicht auch so. Wenn der Johannisbeerstrauch oder die Stachelbeere, die sie gepflanzt haben, nie Früchte trägt, dann reißen Sie ihn wieder aus und pflanzen etwas anderes.
Soweit können alle Zuhörer mit dem Lied mitgehen. Sie verstehen den Weingärtner, wundern sich vielleicht, dass diese Geschichte Inhalt eines Liedes ist.
Doch dann wird es plötzlich bitterernst. Es wird klar, dass die Geschichte ein Gleichnis ist, ein Bild, das alle Zuhörer angeht.
Der HERR Zebaoth, der Herr der Heerscharen, der Schöpfer des Himmels und der Erde ist der beschriebene Weingärtner und sein Weinberg ist das Haus Israels und die Männer Judas seine Bepflanzung, an der des HERRN Herz hing.
Die Zuhörer des Liedes werden von Gott ganz persönlich angesprochen.
Und liebe Gemeinde, es wäre nicht unser heutiger Predigttext, wenn nicht auch wir ganz persönlich damit gemeint wären.
Wieviel Mühe hat Gott an sein Volk Israel hingewendet. Von der Verheißung an Abraham über Isaak Jakob und Josef, den Auszug aus Ägypten, 40 jährige Wüstenwanderung, der Einzug in das Land Kanaan. Wie viele Wunder hat der Herr getan? Wie oft hat er seinem Volk geholfen? Wie oft hat er es bewahrt?
Und wie oft hat es gemurrt? Wie oft hat es den Glauben aufgegeben? Wie oft hat es sich andere Götter gesucht und sie angebetet? Eine jammervolle, eine traurige Geschichte
Aber sie setzt sich bist zu uns fort.
Was hat Gott nicht alles für uns getan? Wie oft hat er uns vergeben? Wie oft hat er uns geführt? Wie oft hat er uns bewahrt? Und wir?
Wo ist da was zu sehn vom Salz der Erde, wo sieht man was vom Licht der Welt?
Auch wir als Christen gehören zum Weinberg Gottes? Dürfte der Weingärtner nicht auch bei uns Frucht erwarten?
Mit dieser ernsten Frage und mit einer Gerichtsandrohung des Beziehungsabbruchs lässt uns dieser Bibelabschnitt dann stehen.
Und da gibt es nun eine Schwierigkeit, eine Gefahr:
Wir alle brauchen es, dass uns immer wieder einmal ein Spiegel vorgehalten wird, dass wir aufgerüttelt werden und Gott uns sagt: Achtung! Vergeude deine Zeit nicht? Lebe nicht in der Sünde! Jage dem Ziel nach – der himmlischen Gottesstadt!
Alle brauchen wir dieses gelegentliche Aufrütteln.
Aber – ganz wichtig (!): Das soll uns aktiv machen – aber nicht depressiv.

Bei einigen, gerade bei Ehrlichen besteht die Gefahr, dass sie sagen: Ja, das ist wahr: Keine Frucht oder zu wenig Frucht. Vor 20 Jahren, als ich dieses Lied gelesen habe ging es mir auch schon so. Und ich fürchte und meinen Lebenserfahrung sagt mir: Ich stehe nächstes Jahr und in fünf Jahren und an meinem Lebensende immer noch da und sage: Keine oder zu wenig Frucht.
Das wäre doch zum Verzweifeln und Grund aufzugeben. Es hat ja doch keinen Sinn!
Ein Judas hat nach seinem Verrat und nachdem er gesehen hat, was daraus geworden ist: Nämlich die Kreuzigung des besten Menschen, dem er je begegnet war – Jesus. Judas hat auch gedacht. Jetzt ist es aus! Mit dieser Schuld kann ich nicht mehr leben! Es hat alles keinen Sinn mehr! Ich werde meines Lebens nie mehr froh! Und so hat er sich aufgehängt.
Solche depressiven Gedanken sind können jeden ernsthaften Christen überkommen. In den Psychiatrien sitzen nicht wenige solcher eigentlich gläubigen Menschen, die es sehr ernst nehmen.
Aber - Ist das wirklich das Ziel Gottes? Will er uns bedrückt machen? Will er uns stehen lassen mit seiner Aussage: All mein Bemühen an dir war vergeblich. Ich überlasse dich jetzt dir selbst und anderen Mächten.
Ist Gott so?
Nein! Nein! Nein! Und ich denke, das wissen wir alle! So ist Gott „Gott sei Dank“ nicht!
Auch die Geschichte des Volkes Israel ist der Beweis dafür. Gott ist nach wie vor der Herr dieses Volkes. Er hütet es, wie seinen Augapfel.
Ja, Gott ist gnädig und barmherzig!
Schon ein David hat das vielfach erlebt und erkannt.
Im 103 Psalm sagt er: Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben.
Ja, liebe Gemeinde unsere Sünden und unser oft gottfernes Leben machen Gott zu schaffen. Er sagt nicht: Das ist nicht so schlimm! Er verharmlost nichts. Nein, er kann auch zornig sein. – Aber, er stößt uns nicht weg! Er ändert seine Zusage nicht!
So, wie der alte Mann von dem sein Enkel erzählt: Seit Opa ein Hörgerät hat, hat er schon dreimal sein Testament geändert. Nein! So ist Gott nicht!
Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat.
Im Gegenteil: Gott ist in Jesus Mensch geworden und hat die Strafe für alle Sünde und Schuld der Menschen auf sich genommen und hat dafür gebüßt. Er hat sie weggetragen. Das heißt, sie ist nicht mehr da.
Es gilt, was David erkannt hat: So hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. Ein aufgespanntes Zelt seiner Gnade. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsere Übertretungen von uns sein, also unerreichbar.
Und darum ist es für unsere Errettung nicht entscheidend, wie viel oder wie wenig Frucht wir in unserem Leben zählen können.
Egal auch, wie viel und was wir gesündigt haben.
Gottes Liebe ist größer! Und Gott ruft uns!

In Psalm 27 betet David: Mein Herz hält dir dein Wort vor: Ihr sollt mein Angesicht suchen. Darum suche ich auch, Herr, dein Angesicht!
Genauso dürfen wir es machen, wenn uns unser Versagen, unser verkehrtes Leben und falsches Wesen klar wird. Wenn uns aufgeht, dass wenig oder keine Frucht in unserem Leben zu sehen ist, die vor Gott zählt. Auf dein Wort hin, Herr, suche ich dein Angsicht.
Denn Jesus sagt ja: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Beladen auch durch euch selbst, durch eure Abkehr von Gott. Kommet her! Ich will euch erquicken! Ich will euch jetzt wieder einen neuen Anfang schenken. Heute und morgen und an jedem Tag, an dem du erkennst, dass du es brauchst.
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Nochmal: Wir haben einen geduldigen, einen uns unvorstellbar liebenden, einen für unseren Verstand unfassbar gnädigen Gott.
Und alle Ermahnungen, wie sie zum Beispiel in dem Weinbergslied ausgesprochen werden, sollen uns eben nicht in Verzweiflung treiben, sondern sie sollen uns nur in Gottes Arme treiben.
Denn: Nur mit Jesus kommt überhaupt Frucht heraus in unserem Leben
Das sagt ja das andere Gleichnis vom Weinberg, das Jesus erzählt: Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben: Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.
Und noch etwas zum Schluss:
Es wird niemals so sein, dass ein Mensch von sich sagen kann: Da habe ich aber wirklich viel Frucht gebracht.
Nein: Wirkliche Durchblicker, wirkliche Boten Gottes, echte Kinder Gottes, ein Luther, ein Blumhardt, ein Bodelschwingh, ein Bonhoeffer, und aus aktuellerer Zeit ein Hans Peter Royer, ein Ulrich Parzany oder ein Prof. Eckstein - ich denke keiner von ihnen würde von sich sagen: Ich habe da aber ordentlich Frucht gebracht. Und dass, obwohl durch sie viele Menschen zum Glauben gekommen sind. Nein, sie werden alle sagen: Trotz mir und meinem oft so verkehrten Wesen hat Jesus Frucht herauskommen lassen.
Trotz mir!
Eine Schweizer Gruppe hat ein Lied gesungen mit dem Titel:
Trotz üs, häscht dü üs liab! Trotz uns hast du uns lieb!
Ja, das gilt und daran dürfen wir uns voller Vertrauen festhalten.
Ich habe dich je und je geliebt darum habe ich dich zu mir gezogen und in dir das gute Werk angefangen und ich werde es auch zu einem guten Ende bringen. Vertraue nur darauf!


Amen

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