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Predigt über Hebräer 11,1.8-10.39f;12,1-2 von Pfr. Heidenreich für Palmsonntag (28. März 2021)

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen

 

Hebräer 11,1.8-10.39f;12,1-2

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

8Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, an einen Ort zu ziehen, den er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme. 9Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen im Land der Verheißung wie in einem fremden Land und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. 10Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.

39Diese alle haben durch den Glauben Gottes Zeugnis empfangen und doch nicht die Verheißung erlangt, 40weil Gott etwas Besseres für uns vorgesehen hat: dass sie nicht ohne uns vollendet würden.

121Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, 2und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande geringachtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.

 

Gebet

Liebe Gemeinde!

In unserem ganzen Christenleben geht es immer wieder um einen zentralen Begriff: um das Wörtchen „Glauben“.

„Einen Glauben muss man haben!“ Sagen manche Menschen. Oder: „Ich halte mich zum evangelischen Glauben!“ - Und doch ist gerade heute das Wörtchen glauben großen Missverständnissen ausgesetzt.

Manche Sprüche im Volksmund zeigen dies: „Glauben heißt, nicht wissen.“ Glaube – das wird als etwas empfunden, über das man nichts Sicheres weiß.

Dagegen sind heute handfeste Informationen gefragt. Was wissenschaftlich erforscht oder bewiesen werden kann, das ist wichtig für unser Leben. Vertrauen will man nur noch dem, was fest und absolut zuverlässig ist.

„Ich glaube, dass zwei Pfund Rindfleisch eine gute Suppe geben“, so herrschte ein Koch die Bedienung an. Sie arbeiteten in einem großen Hotel. Irgendwie war das Gespräch auf den Glauben gekommen. Aber mit seiner schroffen Bemerkung war das Thema für den Koch ganz schnell erledigt.

„Ich glaube nur, was ich sehe!“ Tönt ein Schüler in der großen Pause. Er besucht zum ersten Mal den Schülerbibelkreis. Er wollte mal sehen, was da läuft. Die mit ihren frommen Sprüchen, er würde ihnen schon den Boden unter den Füßen heiß machen. Seine Argumente sollten die erst einmal widerlegen!

Für viele Menschen heute ist das Leben deshalb von undurchsichtigen Schicksal bestimmt: „Man muss das Leben eben nehmen, wie es ist!“

Von einem Gott „da oben“ wisse man nichts Genaues. Darüber sollen sich die Gelehrten die Köpfe zerbrechen. Das gehört in den Religionsunterricht oder in verstaubte Studierstuben.

Und doch könnte man gerade jetzt und in den kommenden Wochen handfeste Werke Gottes in der Natur erkennen. Das wiedererwachende Leben steht bald sichtbar vor unseren Augen. Durch die Schöpfung redet der Schöpfer selber uns an!

In einem christlichen Lied heißt es:

Übergroß sind deine Wunder, Schöpfer, Herr, der Welt, in die aller Schönheit Fülle du hineingestellt. Berge, Täler, Wald und Seen, du hast sie erdacht, und zu einem Gottesgarten deine Welt gemacht.

Deine väterliche Güte, deine Schöpfermacht, offenbart uns jede Blüte, jeder Stern der Nacht, alles Grünen im Gelände, was das singt und klingt. Jedes Wunder deine Hände uns zum Lobpreis zwingt.

Menschenherz, so klein und enge, steige auf die Höhn, deines Gottes Wunderwerke, seine Macht zu sehn! Alles Kleine wird nun kleiner, alles Laute still und wir spüren, dass nur einer zu uns reden will. --

Aber Gott zeigt sich nicht nur in der Natur! Ein großer Gelehrter, Mathematiker und Philosoph, Blaise Pascal, sagte einmal: Gott ist nicht ein Gott der Philosophen, sondern der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.

Auch Pascal behauptete nicht, Gott auf mathematisch - wissenschaftlichen Wegen erfassen zu können. Aber er bezeugte: Gott zeigt sich im Lebensweg von Menschen wie Abraham und seinen Kindern!

Ja, im Alltag von dir und mir soll sich Gott offenbaren! Da soll der Glaube an Gott etwas bewegen! Schauen wir uns das Leben des Abraham doch einmal näher an! Er lebte in Haran, im Süden der heutigen Türkei. Aus dem Gebiet des heutigen Irak war er mit seinem Vater gekommen. Er lebte eingebettet in eine Familie mit großem Besitz. Aber er lebte in der Fremde in heidnischer Umgebung.

Von dem einem Gott, von unserem Gott, hatte dort noch niemand gehört.

Doch eines Tages spricht dieser Gott Abraham an. Gott spricht hinein in eine Welt ohne Glauben. Mit Macht kommt er in das Herz des Abraham hinein.

Mit Macht kommt er auch heute noch in das Herz mancher Menschen hinein.

Björn Kristiansen, der spätere Kapitän des Missionsschiffes Logos, war ein ehrgeiziger junger Mann. Er setzte alles ein für seine Karriere und hatte Erfolg. Gott kam in seinem Leben nicht vor. Seine Eltern hatten Religion grundsätzlich abgelehnt. Ein Lehrer hatte ihm den Grundsatz eingetrichtert: „Die Bibel ist nur ein Buch mit jüdischen Legenden!“ Daran hielt er sich. - Bis ihn eines Nachts – er war an Deck und betrachtete den Sternenhimmel – Gott anredete. Er konnte nicht anders, er antwortete.

Auch Abraham konnte damals nicht anders, als Gott ihn sagte: „Geh aus von deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen werde.“ Und Abraham zieht los, er macht sich auf den Weg.

Und Gott sprach damals noch über den Punkt, wo es bei Abraham nichts mehr zu hoffen gab. Seine Frau, Sara, konnte keine Kinder bekommen. Und Abraham selbst war schon 75 Jahre alt, als er sich auf den Weg machte. Die Sachlage war eigentlich eindeutig.

Trotzdem verspricht Gott: „Ich will dich zu einem großen Volk machen!“

Wo scheinbar nichts mehr zu machen ist, da spricht Gott seine Verheißung aus. Wo Menschen nichts mehr zu bringen haben, da will Gott mit seiner Macht eingreifen. Gott ruft Menschen manchmal in ausweglosen Situationen. Er bahnt Wege. Und gerade da fängt der Glaube an.

Und Abraham glaubt und gehorcht. Er macht sich mit seinem ganzen Hausstand auf dem Weg ins Ungewisse. Eine Karawane mit dem Ziel „unbekannt“.

Eigentlich ungewöhnlich für einen Mann im Alter des Abraham. Menschen in diesem Alter erzählen gerne aus alten Zeiten. Der Blick schweift zurück. Und das ist auch normal so.

Aber ganz anders bei Abraham: Er schaut vorwärts. Er packt das Neue an. Er gehorcht, ohne zu zögern.

Aber worin besteht denn nun der Glaube des Abraham? Wie können wir von ihm lernen?

Drei Dinge fallen mir besonders am Glauben des Abraham auf. Es sind der Gehorsam, das Vertrauen und die Hoffnung!

Der erste Aspekt des Glaubens ist also der Gehorsam. Abraham zieht los. Er geht weg.

Ausziehen ist heute ja eine beliebte Sache. In eine andere Stadt gehen, ein eigenes Zimmer nehmen. Viele junge Menschen freuen sich auf diese Zeit. Unabhängig sein von den Eltern, sich nicht mehr an die Ordnungen der Familie halten zu müssen.

Aber damals war das anders. Der große Familienverband war wichtig. Er garantierte Unfallversicherungen und Altersversorgung. Dennoch zieht Abraham fort, gibt die Sicherheit der Großfamilie auf. Er wird zum „Pensionär Gottes“, wie Spurgeon ihn einmal bezeichnet hat. Jede traditionelle Sicherung lässt er hinter sich. ---

Gerade das gehört auch zum Hinausgehen, zum Gehorchen, zum Glauben, nämlich gewohnte Sicherheiten zu verlassen. Sich fallen zu lassen in die guten Hände Gottes.

Wir können etwa ein Grundstück erben. Ein Haus, ein Auto oder das alte Familiensilber. Aber den Glauben können wir nicht erben. Da können wir uns nicht auf den Glauben der Eltern und Großeltern verlassen. Da geht es entscheidend darum, eigene Erfahrungen zu machen. Selber Geschichten mit Gott zu erleben.

Dazu will uns Gott mit dem Beispiel des Abraham Mut machen. Zum Gehorsam des Glaubens gehört es, den Schritt zu wagen, hinaus in ein Leben, das aber von Gott getragen wird. ---

Ein anderer Aspekt des Glaubens ist hier das Vertrauen. Abraham macht sich auf den Weg.

Und er hat nichts, als die Zusage Gottes. Er ist ein Ausländer geworden in einem fremden Land, das er nicht kennt, aber das er einmal besitzen soll.

Abraham ist auf Wanderschaft gegangen. Aber Gottes Verheißungen begleiten ihn. Diese Verheißungen Gottes waren für Abraham wie ein gutes Zuhause.

Weil er gewiss war, dass Gott bei ihm ist, fühlte er sich stets geborgen. Diesem Gott, der ihn so kraftvoll angesprochen hatte, vertraute er sein Leben an.

In einem Lied heißt es dazu:

Glauben heißt Vertrauen Gottes Vaterhut, Glauben ist ein Bauen auf des Heilands Blut, Glauben ist ein Reifen in des Geistes Zucht, Glauben heißt ergreifen der Erlösung Frucht.

Glauben will nicht fühlen, will nicht vorerst schaun, Bannt des Zweifels Wühlen, will aufs Wort vertraun.

Glaubenswege gehen hin am Abgrundsrand, Glaubensaugen sehen der Verheißung Land. ---

Das Vertrauen des Abraham wurde nicht enttäuscht. Gott hielt Wort. Abraham bekam einen Sohn. Aus ihm entstand das Volk Israel. Und später bekamen seine Nachkommen das Land, in das Gott den Abraham geführt hatte.

Wenn wir heute diesem Gott, der in Jesus Christus zu uns gekommen ist, ganz vertrauen, wenn wir unser Leben auf sein Wort bauen, dann werden auch wir nie enttäuscht. Denn Gott hält, was er verspricht!

Und der letzte Aspekt des Glaubens von Abraham war die Hoffnung!

Abraham musste warten, er brauchte Geduld. Er glaubte wider allen Augenschein. Im versprochenen Land lebte er als Fremder ohne festen Wohnsitz. Doch er hielt fest an der Verheißung. Gottes Versprechen machte ihm dazu immer wieder Mut.

Warten, Harren, Glauben auf Hoffnung hin – das haben viele Zeugen Gottes uns vorgelebt.

So auch Maria, die von keinem Mann wusste. Das Unmögliche sollte geschehen. Gottes Sohn sollte sie gebären! Gott tritt mit seiner Verheißung in ihr Leben. Und Maria öffnet sich diesem Wort und wird „guter Hoffnung“. ---

Aber die Kraft für so einen Glauben auf Hoffnung hin, müssen wir nicht selber aufbringen. Gott schenkt uns die Kraft dazu. Durch seine Liebe in seinem Sohn Jesus Christus. Von Jesus bekommen wir die Spannkraft des Glaubens, die wir als Wartende brauchen. Seine Liebe belebt uns immer wieder neu.

Jesus selber ist es, der die Kette der Glaubenszeugen eröffnet und schließt. Er schenkt und erhält uns diesen Glauben, der gehorcht, vertraut und hofft.

Lasst uns deshalb immer auf Jesus sehen, der der Anfänger und Vollender des Glaubens ist!

Das gibt uns Christen den Mut, in dieser Welt Glauben zu halten. Das stärkt uns, wenn wir müde werden.

Deshalb ruft uns der Verfasser des Hebräerbriefes zum Schluss zu: „Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat!“ Amen

Und der Friede Gottes, welcher höher ist, als unsere menschliche Vernunft, bewahre Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

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