Spende

Wer für unsere Kirchengemeinde Mistelbach spenden möchte, kann hier

online spenden

 

oder eine Spende auf folgendes Konto überweisen:

Spendenkonto Evang.-Luth Kirchengemeinde Mistelbach

IBAN: DE04 7806 0896 0009 6490 93

BIC: GENODEF1HO1

VR Bank Bayreuth-Hof eG

Herzlichen Dank!


 

 

Predigt über Markus 14,17-26 von Pfr. Heidenreich für Gründonnerstag (01. April 2021)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen

 

Markus 14,17-26:

17Und am Abend kam er mit den Zwölfen. 18Und als sie bei Tisch waren und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isst, wird mich verraten. 19Da wurden sie traurig und sagten zu ihm, einer nach dem andern: Bin ich’s? 20Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir seinen Bissen in die Schüssel taucht. 21Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht; weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.

22Und als sie aßen, nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib. 23Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. 24Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. 25Wahrlich, ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinke im Reich Gottes.

26Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

 

Gebet

 

Liebe Gemeinde!

Das Passahfest ist jedes Jahr eine großartige Siegesfeier für die Israeliten. Am Passahfest freuen sie sich über den Sieg Gottes damals über die Großmacht Ägypten. Das Volk Israel konnte aus Ägypten wegziehen, ohne einen Finger krumm zu machen und ohne einen Hieb mit dem Schwert führen zu müssen. Sie standen nur da und sahen zu, wie Gott eingriff. Er hat für Israel gesiegt.

Auch das Abendmahl ist für uns Christen bis heute eine großartige Siegesfeier. Nicht wir haben gekämpft und gesiegt. Jesus Christus hat für uns gekämpft und er hat die große Macht des Todes und es Teufels besiegt. Er hat seinen Sieg für uns erkämpft. Wir brauchen nur noch zu nehmen und zu empfangen. Wenn Jesus sagt „für euch“, dann spricht er uns seinen Sieg zu.

Jesus bietet uns im Abendmahl die engste Gemeinschaft an. Er will uns hineinnehmen in seinen Sieg. Deshalb wollen wir zuerst von dem wunderbaren Ja reden, das Jesus zu uns sagt.

Jesus isst mit seinen Freunden. Er feiert mit ihnen das Passahfest. Dazu lädt man ja nicht jeden ein. Nur die Freunde und engsten Angehörigen feiern da zusammen. Jesus hatte seine Jünger dazu eingeladen. Er hat einmal zu seinen Jüngern gesagt: „Mich hat herzlich verlangt, dieses Passahlamm mit euch zu essen.“ So spricht nur die Liebe. Deshalb zeigt das Abendmahl in ganz besonderer Weise die Liebe Jesu Christi zu den Seinen. Es ist ein Liebesmahl.

Nicht unsere Liebe zueinander steht dabei im Vordergrund, sondern die Liebe Jesu zu uns. Jesus sehnt sich nach uns. Deshalb ist das Abendmahl immer wieder die Liebeserklärung Jesu an uns.

Jesus isst mit seinen Jüngern. Alle 12 sind dabei Jesus sortiert keinen aus. Auch der Angeber Petrus sitzt mit am Tisch. Jesus weist ihn nicht hinaus. Er fordert nicht von ihm, erst einmal von seinem hohen Roß herunterzusteigen. - Nein, Petrus sitzt mit am Tisch. Auch und gerade ihm gilt Jesu Liebe.

Auch der Zweifler Thomas ist dabei. Jesus schickt ihn nicht weg. Er ruft ihm nicht zu: „Thomas, jetzt geht es ums Ganze. Du bist da nicht geeignet dafür. Lerne erst einmal zu vertrauen! Überwinde dein Misstrauen! Dann magst du wiederkommen.“ - Nein, Thomas sitzt mit am Tisch. Auch und gerade ihm gilt Jesu Liebe.

Auch Jakobus und Johannes, die beiden Hitzköpfe, sitzen mit am Tisch. Jesus schickt sie nicht weg. Er sagt nicht: „Ihr habt immer noch nichts begriffen! Euch geht es nur um Gericht, Strafe und Macht! Geht erst einmal und lernt eine Lektion im Dienen! Dann könnt ihr wiederkommen.“ - Nein, auch Johannes und Jakobus sitzen mit am Tisch. Auch und gerade ihnen gilt Jesu Liebe.

Und auch wir sitzen mit am Tisch. Jesus schickt uns nicht weg, etwa so: „Was seid ihr doch für schwache Christen! Wie viele Schwächen und wie viel Versagen gibt es noch bei euch! Wie oft seid ihr mutlos, resigniert und ohne Freude! Geht und lernt erst einmal euere Lektion als fröhliche Zeugen.“ - Nein, auch wir dürfen mit am Tisch sitzen. Jesus ist verliebt in uns. Er hat große Sehnsucht nach uns. Uns gilt Gottes ganze Liebe. ---

Wenn Jesus uns liebt, dann ist das aber keine romantische Gefühlsliebe. Jesus kennt uns durch und durch. Er kennt uns ganz genau. Aber, obwohl er uns durchschaut, liebt er uns dennoch.

Jesus kennt seine Jünger so genau, dass er sogar sagen kann: „Einer unter euch wird mich verraten.“ Dieser Satz fährt den Jüngern sicher in die Knochen. Jesus beschönigt nichts.

Aber jetzt geschieht das Wichtigste. Die Jünger weisen diese Feststellung Jesu nicht entrüstet von sich. Sie sind nicht beleidigt und sagen etwa: „Wie kannst du nur so etwas von uns denken, Herr?“ - Nein, sie fragen vielmehr unsicher: „Bin ich es?“

Die Jünger wissen also darum, dass sie sündige Menschen sind. Sie sind zutiefst erschrocken über sich selbst. Jeder kennt die Abgründe in sich selbst, jeder weiß um seine Schwächen.

Gerade deshalb aber sitzen die Jünger richtig am Tisch Jesu. Bei dem nämlich, der gekommen ist, die Sünder zu suchen und zu retten. Den Sieg Jesu über ihre Sünden und das Angebot der Vergebung haben sie bitter nötig. Und sie geben es auch zu. ---

Und auch wir heute sitzen hier richtig. Gerade in einem Abendmahlsgottesdienst. Gott will uns jetzt dienen. Er ist verliebt in uns, obwohl er uns so gut kennt. Wir brauchen nicht die frommen Christen zu spielen. Wir dürfen genauso fragen: „Bin ich es? Herr, ich weiß, dass in mir viel Sünde schlummert.“

Jesus beruft uns dennoch in seine Gemeinschaft. Im Abendmahl will er bedürftige Sünder zurechtbringen. Gerade der ist würdig, am Abendmahl teilzunehmen, der auch weiß und zugibt, dass er Vergebung braucht und bitter nötig hat. Uns allen, gerade in unserer Schuld, gilt das ganze Ja Jesu Christi. Deshalb ruft er uns alle zu sich. ---

Aber da sitzt noch jemand mit am Tisch. Es ist der Judas. Auch ihn schickt Jesus nicht fort. Jesus ist verliebt, auch in Judas. Der hatte schon längst mit den jüdischen Führern verhandelt und versprochen: „Ich liefere euch Jesus frei Haus.“ Er hatte schon den Verräterlohn bekommen. Aber noch sitzt er mit am Tisch. Noch einmal wirbt Jesus um ihn.

Die ganze Liebe Jesu richtet sich auf Judas, wenn er sagt: „Der mit mir seinen Bissen in die Schüssel taucht.“ Da stellt er Judas nicht bloß. Da gibt er ihm zu verstehen, dass er um seinen finsteren Plan weiß. Er wirbt um Judas: „Ich weiß, was du vorhast. Das, was du da im Dunkeln versteckst, das sehe ich. Aber ich liebe dich dennoch.“

Judas bekommt sogar noch die besondere Ehre, mit Jesus aus derselben Schüssel zu essen und die besten Stücke zu bekommen.

Eigentlich müsste Judas jetzt beschämt von seinem Plan ablassen. Jesus bietet ihm noch einmal eine Möglichkeit zur Umkehr an. Jetzt, wo er sich durchschaut weiß, könnte er eigentlich sagen: „Herr, verzeih mir!“

Und Jesus warnt ihn sogar noch einmal eindringlich:

„Es wäre für diesen Menschen besser, dass er nie geboren wäre.“ Denn Judas rennt mit dieser Tat direkt in sein Verderben. Das Gericht Gottes schwebt drohend über ihm. Jesus gibt ihm das aus großer Liebe zu verstehen. Er zeigt im noch einmal eindringlich die Konsequenz seines Weges.

Damit wird deutlich: Hier vollzieht sich nicht ein vorbestimmtes Schicksal. Judas hätte umkehren können. Doch Judas will nicht umkehren. Er hat kein Ohr mehr für Jesu Liebeserklärungen.

Judas ist verliebt in das Geld. Er ist taub geworden für Jesu Worte. Er dient dem Götzen Mammon und lebt somit unter der Herrschaft des Teufels.

Jesus reicht dem Judas den besten Bissen. Er zeigt ihm unmissverständlich seine große Liebe. Aber Judas will nicht. Judas nimmt den Bissen und geht dann bewusst weg.

Da fuhr der Satan in ihn.“ Das ist eine entsetzliche Wirklichkeit. Aber eben erst da. Da, als Judas Jesu Liebe bewusst zurückweist. Judas muss nicht zum Verräter werden. Er will es. Solange er noch in der Gemeinschaft bei Jesus ist, solange der Herr ihn anredet, kann Judas umkehren. Aber er geht weg. Judas entzieht sich Jesus und liefert sich dem Satan aus.

So etwas gibt es also. So nüchtern und real beschreibt es die Bibel. Es gibt Menschen, die bewusst nein zu Jesu Liebe sagen und damit ewig verloren gehen.

Judas liebt das Geld mehr als Jesus.

- Jesus ist verliebt in Judas - Judas ist verliebt in das Geld.

- Jesu Liebe wirbt um ihn - die Geldliebe des Judas verführt ihn.

- Jesu Liebe lässt Freiheit – die Geld-, und Sündenliebe des Judas führt ihn in tödliche Zwänge.

- Jesu Liebe bietet Judas Umkehr und Neuanfang an - die Geldliebe des Judas führt ihn in Abgründe und Verderben.

- Jesu Liebe ist, dass er sich für uns ans Kreuz schlagen lässt - die Liebe des Judas zur Sünde führt zum schrecklichen Ende: „Und er ging hin und erhängte sich.“ ---

Es ist gut, wenn wir vor den schlimmen Folgen der Sündenliebe erschrecken. Denn der, der uns Sünder liebt, will uns davor bewahren.

Vielleicht versucht uns der Satan einzureden, wir könnten nicht mehr umkehren. Wir wären schon zu sehr in die Sünde verstrickt, zu weit von Gott entfernt. Aber das ist nicht wahr. Jesus nimmt die Sünder an! Umkehr ist deshalb möglich, weil sie uns angeboten wird. Im Abendmahl spricht uns Jesus seine große Liebe, seine Vergebung und seine Kraft zu. Keiner muss in der Sünde bleiben Jesus rettet. Er steht treu zu seinem Wort.

Sicher sind wir nicht besser als Judas. Aber sein Beispiel ermahnt uns, es besser zu machen als er. Wir dürfen nämlich das Beste machen: Jesu Liebe an uns heran- und in uns hineinzulassen. Wenn Jesus uns Brot und Wein hinhält und sagt: „Das ist für dich gegeben!“

Dann dürfen wir dieses Angebot für uns annehmen. Wir dürfen im Abendmahl schmecken und sehen, fühlen und nehmen. „Jesu Leib, für mich gegeben, Jesu Blut, für mich vergossen.“

So rettet Jesus. So zieht er uns in seine Gemeinschaft. So verändert er unser altes Wesen. So schafft er Neues in uns. So bekommen wir sein Heiligen Geist.

Jesus ist verliebt in uns. Das ist nicht nur eine augenblickliche Gefühlsregung.

Petrus hat das erlebt. Jesus weiß um ihn. Er sagt ihm voraus, dass er ihn verleugnen wird. So mahnte er ihn. Aber er lässt Petrus nicht fallen, als dieser dann tatsächlich versagt. Jesus hält Petrus fest. Und Petrus lässt sich halten. Es heißt von ihm: „Er weinte bitterlich.“ Er suchte die Vergebung seines Herrn. Und Jesus beruft ihn nach seiner Auferstehung neu.

Jesu Liebe erweist sich darin, dass er in großer Treue an Petrus festhält. Im Abendmahl verspricht Jesus seinen Jüngern, ihnen treu zu bleiben.

Er weiß schon, dass ihn alle verlassen werden. Aber er lässt sie nicht los. Die Treue Jesu überdauert auch das zukünftige Versagen seiner Jünger. --

Auch wir leben davon, dass wir das ganz gewiß glauben dürfen: Jesus ist und bleibt verliebt in uns. Seine Liebe zeigt sich darin, dass er uns treu bleibt. Er wird uns ans Ziel bringen. ---

Denn Jesus spannt schon beim ersten Abendmahl den großen Bogen zu jenem letzten, zu jenem ewigen Abendmahl in seinem himmlischen Reich. - So ist jedes Abendmahl, das wir hier feiern so etwas wie eine Vor-Feier, wie eine Vor-Freude auf jenes große Hochzeitsmahl im Reich Gottes.

Das ist der große Horizont, unter dem wir uns auch heute zum Abendmahl versammelt haben.

Du und ich, wir sind eingeladen zu jenem königlichen Hochzeitsfest im Reich Gottes. Dorthin will uns nämlich Jesu Liebe bringen.

Jesus bleibt uns treu. Jesus ist auf ewig verliebt in uns. Solche Liebe aber strebt nach der engsten Gemeinschaft. Darum bittet Jesus für uns: „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir sind, die du mir gegeben hast!“

Und der Jünger Johannes bekennt diese frohe Hoffnung, wenn er schreibt: „Wir werden ihn sehen, wie er ist, und wir werden ihm gleich sein.“

Jetzt ist unser Herr bei uns ganz real, verborgen unter Brot und Wein im Abendmahl. Später einmal, in seinem Reich, werden wie ihn von Angesicht zu Angesicht sehen.

Unter diesem großen Horizont feiern wir das Abendmahl. Unter dieser Hoffnung glauben wir. In so einer vertrauensvollen Gewissheit singen wir:

„O Herr, verleih, dass Lieb und Treu in dir uns all verbinden, dass Hand und Mund zu jeder Stund dein Freundlichkeit verkünden, bis nach der Zeit den Platz bereit, an einem Tisch wir finden.“ Amen

 

Und der Friede Gottes, welcher höher ist, als unsere menschliche Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

Wie Sie unsere Kirche finden!

Kontakt

Evang.-Luth. Kirchengemeinde Mistelbach

Pfarrer Wolfgang Heidenreich
Hardtstr. 7
95511 Mistelbach

Telefon: 09201/363
Telefax: 09201/799663
E-Mail: pfarramt.mistelbach@elkb.de

Bürostunden Pfarramt:
Dienstag 14:00-16:00 Uhr und Mittwoch 09:00-11:00 Uhr
im Pfarrhaus, Hardtstr. 7, 95511 Mistelbach

Vertrauensfrau des Kirchenvorstands:
Frau Daniela Dütsch, Am Sandacker 2, 95511 Mistelbach
Telefon 09201/799556

Stellvertretender Vertrauensmann des Kirchenvorstands:
Herr Oswald Roith, Forkendorfer Str. 4, 95511 Mistelbach
Telefon 09201/1027
E-Mail: oswald.roith@gmx.de


Bankverbindungen:
IBAN: DE04 7806 0896 0009 6490 93 (Spenden, Pacht)
IBAN: DE05 5206 0410 0101 3038 05 (Rechnungen)
IBAN: DE92 7806 0896 0209 6490 93 (Kirchgeld)

Bild rechts:
Pfarrer Wolfgang Heidenreich
Hardtstr. 7
95511 Mistelbach
09201/363