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Predigt über Lukas 19,37-40 von Pfr. Heidenreich für Kantate (02. Mai 2021)

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen

Lukas 19,37-40:

Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!

Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht!

Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Gebet

Liebe Silberne Konfirmanden, liebe Gemeinde!

Es ist heute am Sonntag Kantate schon echt befremdlich, wenn wir nicht selber singen dürfen.

Kantate! Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Das Singen gehört doch unbedingt zu unseren Gottesdiensten dazu. Das Singen ist Ausdruck unseres Glaubens und unserer Freude über Gott.

Mit unserem Singen danken wir Gott für alles, was er für uns getan hat. Mit unseren Liedern loben wir seine Allmacht und seine Gegenwart. ---

Wovon das Herz voll ist, da quillt ja bekanntlich der Mund über! Wie es in einem Sprichwort heißt.

Mit unseren Liedern singen wir uns aber auch immer wieder Mut zu, festigen wir unseren Glauben und unseren Zusammenhalt. Denn Singen stiftet Gemeinschaft.

Das merken wir doch nicht nur, wenn etwa in Fußball-Arenen die Fangesänge erklungen sind. Das merken auch Chor- und Orchestermusiker.

Das haben aber auch unzählige Menschen auf verschiedenen Musikfestivals erlebt, wenn sie die Lieder ihrer Fans mehr oder weniger gut mitgegrölt haben.

Ja, Singen stiftet Freude. Singen gibt uns ein gutes Gefühl. Durch das Singen geben wir etwas nach außen, was tief in unserer Seele schlummert.

Und manche Menschen singen und pfeifen ja auch so einfach vor sich hin. Sie geben dadurch ihrer Lebensfreude Ausdruck. ---

Das war damals vor den Toren Jerusalems nicht anders. Auf dem alten Pilgerweg waren die Jünger Jesu mit ihm auf dem Weg nach Jerusalem. Ihre Herzen waren erfüllt von dem, was sie bisher mit ihrem Herrn erlebt hatten.

Was war da nicht alles geschehen in den drei Jahren, in denen sie mit Jesus zusammen waren.

Blinde konnten wieder sehen und Lahme wieder gehen, Aussätzige wurden rein und Taube konnten wieder hören. Selbst Tote standen aus dem Grab auf und den Armen wurde das Evangelium gepredigt, die gute Nachricht, die ihnen wieder Kraft und Mut zum Leben gab. – Ja, singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Sie, liebe Jubilare, sind heute nicht gerade über den Ölberg nach Jerusalem gezogen. Aber sie sind hier herauf zu unserer Kirche gekommen, um das Fest ihrer Silbernen Konfirmation zu feiern. 25 Jahre ist es her, dass Pfarrer Klug sie hier in unserer Kirche feierlich eingesegnet hat, sie konfirmiert wurden.

„Wollt ihr unter Jesus Christus, eurem Herrn, leben, im Glauben an ihn wachsen und als evangelische Christen in seiner Gemeinde bleiben?“ Diese Frage ist ihnen damals gestellt worden. Und sie haben sie beantwortet mit den Worten: „Ja, mit Gottes Hilfe.“

Damals haben sie also ja zu Jesus Christus gesagt, ja zu einem Leben im Glauben an ihn. ---

Kaum zu glauben, dass seitdem tatsächlich ein Vierteljahrhundert vergangen ist. Was ist in diesen Jahren nicht alles passiert?

Vielleicht haben Sie heute schon die alten Bilder von damals angeschaut. Vielleicht ist dabei ein Lächeln über ihr Gesicht gehuscht. Ach, waren wir damals noch jung! Wir haben wir damals ausgeschaut, wie waren wir da gekleidet und frisiert!?

Und vielleicht sind sie in Gedanken durch diese 25 Jahre gegangen. Sie haben die Schule abgeschlossen, eine Berufsausbildung gemacht, eine Stelle angetreten, vielleicht geheiratet und Kinder bekommen, unter Umständen auch ein Haus gebaut.

Da waren sicher Höhen und Tiefen dabei. Zeiten, in denen sie innerlich oder vielleicht sogar auch äußerlich gejubelt und gesungen haben. Aber vielleicht waren auch schwere Zeiten dabei, Zeiten des Jammerns und des Wehklagens.

Die Jünger waren damals nur drei Jahre mit Jesus unterwegs und hatten so viel mit ihm erlebt.

Was haben Sie nun in 25 Jahren mit Jesus erlebt? Sie sind ja in der Kirche geblieben. Sie feiern heute hier mit uns diesen Gottesdienst. Worüber könnten Sie heute jubeln und sich ihres Gottes freuen?

Manchmal ist uns das gar nicht so sehr bewusst. Es ist so vieles was uns in dieser heutigen Zeit eher belasten und niederdrücken will.

Ein Seelsorger gab einmal einem Mann den Tipp: Setzen Sie sich doch einmal in einer ruhigen Stunde hin. Nehmen Sie ein leeres Blatt Papier und einen Stift und schreiben Sie einfach einmal alles auf, wofür sie dankbar sein können, auch Gott dankbar sein können.

Der Mann setzte sich hin und fing an zu schreiben. Zunächst kam gar nicht so viel auf das Papier. Aber je mehr ihm einfiel, je mehr er zu Papier brachte, desto schneller schrieb er. Zuletzt waren viele Seiten beschrieben. - Und als er wieder zu dem Seelsorger kam, da brach es aus ihm heraus: Das passt ja auf keine Kuhhaut, wofür ich alles dankbar sein kann!

Dem christlichen Liedermacher Manfred Siebald ging es genauso. Deshalb sang er:

Es gibt so viel, wofür ich danken kann. Mit Händen lässt sich manches greifen, doch and‘re Wunder streifen mich nur heimlich, dann und wann.

  1. Für jeden Unfall, vor dem du mich bewahrt hast, für alles Leiden, das du mir noch erspart hast; für die Gefahren, die ich niemals erkannte, weil du sie von mir nahmst, bevor ich sie noch ahnte.
  2. Für jeden Zweifel, der nicht in Verzweiflung führte, und auch für jeden, den ich gar nicht verspürte; für jede Lüge, die ich nicht erst glaubte, weil deine Wahrheit mir den klaren Blick erlaubte.
  3. Heut dank ich dir für die unsichtbaren Freuden; lehr mich, dir auch noch zu danken für die Leiden, durch die ich lerne, nach deiner Hand zu fassen und die mich weiter zu dir hin wachsen lassen.

Es gibt so viel, wofür ich danken kann. Mit Händen lässt sich manches greifen, doch and‘re Wunder streifen mich nur heimlich, dann und wann.“ ---

Ja, es gibt so viel, wofür wir danken können. Vielleicht dafür, dass wir noch leben und einen lieben Partner haben. Vielleicht auch für unsere Eltern und Geschwister, für gute Kollegen und Freunde, für Gesundheit und Wohlstand, für Frieden und Freiheit und vielleicht auch für Bewahrung in manchen Gefahren. Und vielleicht fangen wir dann auch wieder ganz neu an, zu jubeln und zu danken, wenn uns das alles bewusst wird.

Dass wird dann aber nicht nur unseren Dank an Menschen richten, sondern auch und gerade an unseren Gott. Denn letztlich steckt ja er hinter all dem, wofür wir danken können. Deshalb: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich!

Ja, geben wir Gott doch auch im Alltag die Ehre. Stehen wir auch in der Öffentlichkeit zu unserem Glauben. Zeigen wir auch gegenüber unseren Nachbarn, Freunden und Kollegen, dass wir Christen sind.

Glaube ist doch keine Privatsache. Glaube gehört auch verkündigt in diese unsere Welt. Und das nicht nur in Kirchen und von Kanzeln herunter, sondern auch und gerade von Mensch zu Mensch im persönlichen Gespräch.

Und dazu gehört es natürlich auch, gerade unseren liebsten Menschen, auch unseren Kindern, das Zeugnis vom Glauben nicht vorzuenthalten.

Sonst reden wir doch auch viel von dem, was uns wichtig ist. Warum reden wir manchmal so wenig von dem, was uns im Leben trägt, was uns auch in schweren Zeiten Halt und Geborgenheit gibt?

Gott sei Dank leben wir immer noch in einem Land, in dem wir nicht verfolgt, bestraft, eingesperrt oder gar getötet werden, wenn wir uns zu unserem Glauben an Jesus Christus bekennen. ---

Aber natürlich erleben Christen auch Gegenwind. Die spöttische Bemerkung eines Kollegen, das süffisante Grinsen der Nachbarin, das offene Bekenntnis mancher ehemaligen Konfirmanden, dass sie schon längst der Kirche, Gott und dem Glauben den Rücken zugekehrt hätten. Oder die kopfschüttelnde Bemerkung, wie dumm man sei, wenn man sich etwa ehrenamtlich für die Kirche oder andere soziale Belange einsetzen würde, wenn man doch stattdessen in dieser Zeit so viel Geld hätte verdienen könnte.

Und natürlich bläst der Kirche auch manchmal der Wind entgegen. Sicher berechtigt, wenn die Institution oder einzelne ihrer Vertreter schlimme Dinge getan haben. Aber auch manchmal dann, wenn die Abkehr vom Glauben in puren Hass umgeschlagen ist.

Auch Jesus und seine Jünger erlebten das damals. Meister, weise doch deine Jünger zurecht! Die sollen doch endlich still sein und ihren Mund halten.

Welche Gründe die Pharisäer damals hatten, dieses Lob Jesu ersticken zu wollen, das wissen wir nicht genau. War es die Angst vor den politischen Konsequenzen, wenn die Römer als Besatzungsmacht dieses Gotteslob falsch verstehen könnten.

Vielleicht war es aus falscher Frömmigkeit heraus, dass sie einfach nicht akzeptieren konnten und wollten, dass in Jesus der Christus, der lange verheißene Messias und König gekommen ist. Und dass dieser nun triumphal in die Stadt Gottes einzieht.

„Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“

Aber Jesus lässt sich und seinen Freunden den Mund nicht verbieten. Er antwortete: „Ich sage euch: Wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien.“

Können Steine eigentlich schreien? Ein eigenartiges Bild, das Jesus hier verwendet.

Es gab ja immer wieder Zeiten, in denen das Lob Gottes unterbunden werden sollte.

Denken wir nur an die Verfolgung der Juden im Dritten Reich, aber auch an die vielen Christen, die heute noch weltweit verfolgt werden.

In diesem Zusammenhang sprechen wir auch heute noch davon, dass etwa die Ruinen von Konzentrationslagern steinerne Zeugen der damaligen schlimmen Zeit seien.

Als vor einem Jahr unsere Kirchen geschlossen und Gottesdienste verboten waren, da durfte das Evangelium nicht mehr in Präsenzform verkündigt werden und heute dürfen wir im Gottesdienst nicht mehr singen. Zwar nicht, um uns zu unterdrücken, sondern um unsere Gesundheit zu schützen.

Und dennoch ging und geht die Botschaft vom Lob Gottes hinaus in die Welt. Sie erklingt durch Solisten oder kleine Ensembles. Sie erschallt auf unzähligen Wegen in digitaler Form, ausgedruckt auf Papier      oder in Form von Bibelsprüchen, die jemand an öffentlichen Orten angeklebt hat.

Das Lob Gottes lässt sich nicht unterdrücken. Mauern, die vorher unüberwindlich schienen, wurden überwunden. Die Digitalisierung nahm auch in unserer Kirche Fahrt auf. Sänger und Musiker stellten ihre Werke kostenlos in digitaler Form zur Verfügung. ---

Wenn da nicht sozusagen Steine schreien!?

Aber Steine schreien auch in Form von Gebäuden und Denkmälern.

Die Gedächtniskirche in Berlin ist so ein schreiendes Denkmal. Sie mahnt zu Frieden und Versöhnung, sie warnt vor Krieg, Terror und Gewalt.

Aber auch die vielen schönen Kirchen in unserer Region sind so etwas wie „schreiende Steine“. Ihre Glocken rufen immer wieder zum Gottesdienst oder zum stillen Gebet. Meist an zentralen und gut sichtbaren Orten mitten in unseren Dörfern. Sie rufen uns zu: Gott will auch heute noch in eurer Mitte sein. Gott hat euch nicht verlassen. Er ist da. Und er will und kann mit aller Macht für euch eingreifen.

Schenken wir ihm doch wieder neu unser Vertrauen. Blicken wir nach oben. Erwarten wir das Heil nicht von Menschen, auch wenn viele wissenschaftliche Errungenschaften - wie z.B. die Impfung gegen Corona - sicher ein großer Segen sind. Aber letztlich kommt das Heil allein von Gott.

Und wenn ich mich in unserer Kirche umschaue, dann „schreien“ hier die Steine noch auf ganz andere Weise. Unsere Kirche gehört zu den sogenannten Markgrafenkirchen. Sie ist über und über mit Bildern aus dem Alten und Neuen Testament bemalt. Viele Geschichten aus unserer Bibel sind hier in wunderschönen Gemälden mit kleinen Texten sichtbar.

Besonders die Geschichte von Jesus ist an den beiden Emporen zu sehen. Die Einladung, schon die Kinder zu Jesus kommen zu lassen, findet sich an der Decke über dem Taufstein. Über der Orgel ist ein Bild vom Lob Gottes. Und vorn über dem Eingang zum Altarraum ein großes Bild vom jüngsten Gericht, das uns alle daran erinnert, dass wir einmal vor dem lebendigen Gott Rechenschaft ablegen müssen. ---

Aber – Gott sei Dank – schreien bei uns nicht nur die Steine. Noch dürfen wir in unserem Land öffentlich die frohe Botschaft von Jesus Christus weitersagen. Tun wir es doch auch! Nicht nur als Pfarrerinnen und Pfarrer, als Lektoren und Prädikanten.

Tun wir es als Christinnen und Christen, weil wir zum Priestertum aller Gläubigen berufen sind. Verkündigen wir die Ehre Gottes hinein in unsere Familien. Erzählen wir unseren Kindern und Enkeln davon.

Lassen wir uns von nichts und niemandem die frohe Botschaft nehmen. Christ der Retter ist da. Er begleitet uns auf jedem Schritt, ist immer in Rufbereitschaft und wacht mit seinen liebenden Augen über uns.

Und wenn wir momentan nicht mehr gemeinsam im Gottesdienst singen dürfen, dann machen wir es so, wie es in Epheserbrief (5,19) heißt: „Singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen!“

Von dieser Botschaft getragen dürfen wir in die neue Woche und in unsere ganz persönliche Zukunft gehen. Im Vertrauen auf unseren Gott werden wir immer wieder Wunder der Hilfe, des Trostes und der Geborgenheit erleben.

Deshalb: Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Amen

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als unsere Vernunft, der bewahre Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen

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Telefon 09201/799556

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