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Predigt über Psalm 66,20 von Pfr. Heidenreich für Rogate (09. Mai 2021)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

 

(Psalm 66,20)                 Gebet

 

Liebe Gemeindeglieder!

Ja, so ein Smartphone, wie ich es hier in der Hand habe, ist schon eine praktische Sache. Wer so ein modernes Gerät besitzt, der kann zu jeder Tages- und Nachtzeit kontaktiert werden. Der ist erreichbar egal wo er ist, am Arbeitsplatz oder im Sportverein, im Urlaub oder Zuhause. Der ist unabhängig von einer Telefonzelle oder dem Festnetzanschluss daheim.

Wer so ein Smartphone besitzt, der kann natürlich auch selber Anrufe tätigen. Fast von jedem Ort aus kann er mit Menschen telefonieren. Hauptsache, diese haben auch so ein Gerät dabei oder sind übers normale Telefon erreichbar.

Sicher können diese Geräte schon manchmal zur Plage werden, wenn sie an allen möglichen und unmöglichen Orten klingeln. Und wir können mit ihnen ja nicht nur telefonieren, sondern auch googeln, simsen, chatten, banken oder sogar Spiele machen.

Somit sind diese Geräte sehr nützlich. Ganz besonders dann, wenn Menschen sich in großer Not befinden. Manchmal geht es dann ja um Minuten. Um kostbare Zeit, die ich einspare, wenn ich nicht erst zu einem Telefon laufen muss.

Manche sagen, seitdem es Smartphones gibt, würden die Leute noch mehr miteinander in Verbindung sein, auch wenn sie vielleicht weniger analog miteinander sprechen. Aber schnelle Kommunikation ist einfach unerlässlich geworden in unserer modernen Gesellschaft. Auch viele von Ihnen werden so ein Smartphone besitzen und somit die Segnungen der modernen Kommunikation ausnutzen. ---

Um Kommunikation geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Es ist der Wochenspruch für den heutigen Sonntag Rogate. Er steht im Buch der Psalmen, Kapitel 66, Vers 20. Dort lesen wir: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Rogate, der lateinische Name dieses Sonntags, bedeutet nichts anderes, als die Aufforderung: „Betet!“

Ums Gebet geht es also in unserem heutigen Gottesdienst. Das Gebet ist eine wichtige Säule unseres christlichen Glaubens. Gebet ist Kommunikation mit Gott. Gebet ist Reden mit Gott. An allen Orten und zu jeder Zeit ist das möglich. Wir können Gott immer erreichen. Er hat sein Telefon nie abgestellt. Er ist immer in Rufbereitschaft. ---

Drahtlose Kommunikation mit Gott ist dabei nicht erst eine Erfindung des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Nein, es gibt sie schon seit Jahrtausenden.

Gott hat uns schon vor rund 3000 Jahren seine Telefonnummer gegeben. Ja, da werden sie staunen. Gott hat eine Rufnummer. Sie ist nicht ellenlang, sondern recht kurz. Nur vier Zahlen müssen wir uns merken. Sie lautet 5015.

Aber halt! Bitte ziehen sie jetzt nicht ihre Mobiltelefone heraus und fangen an, diese Nummer zu wählen. Denn um Gott zu erreichen, brauchen Sie kein solches Gerät, sondern nur eine Bibel. Denn im Buch der Psalmen, Kapitel 50, Vers 15 steht das Wort Gottes zu lesen: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen!

Rufe Gott an! Sag ihm deine Not! Bei ihm bist du an der richtigen Adresse! Bei ihm findest du garantiert Hilfe! Aber vergiss dann den Dank nicht, wenn es dir wieder bessergeht! ---

Es gibt heute viele Fernsehsendungen, in denen es letztlich um solche Notrufe geht: Notrufe an die Polizei, die Feuerwehr, den Seelsorger oder den Rettungsdienst.

In diesen Sendungen wird gezeigt, wie Menschen um Hilfe rufen und auch schnelle und kompetente Hilfe erfahren. Und ich habe mich gefreut, wenn dann später viele Betroffene auch ihren Rettern gedankt haben. Denn das gehört ja schließlich zum guten Ton dazu. ---

Rogate. Betet! Ruf doch mal an! Ruft Gott an! Dieses Angebot begegnet uns nicht nur heute.

Und, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wären wir nicht töricht, wenn wir dieses Angebot nicht nutzen würden?

Kommunikation mit Gott ohne Strom, zum Nulltarif ohne Vertragsbindung, Laufzeit und Gebühren. Kommunikation mit Gott unter der Garantie einer 100 - prozentigen Erreichbarkeit. Reden mit Gott unter der Garantie, dass er immer Zeit und ein offenes Ohr für uns hat.

Und Gott braucht dazu kein Call -Center. Er braucht keine Vorzimmerdamen, die die Anrufe entgegennehmen und den Chef abschirmen. Er braucht auch keine 14 Nothelfer und auch nicht Mutter Maria als Vermittlerin. Gott macht unsere Anrufe zur Chefsache. Er nimmt unsere Anrufe persönlich entgegen.

So wichtig sind wir ihm. Gott hat das Ohr am Puls unseres Lebens. Er ist in ständiger Rufbereitschaft.

Martin Luther schrieb einmal zum Gebet:

Neben dem Predigtamt ist das Gebet das höchste Amt in der Christenheit. Im Predigtamt spricht Gott mit uns. Im Gebet dagegen sprechen wir mit Gott. Was ist der Glaube anders als Gebet.

Und an anderer Stelle schrieb er:

Die christliche Kirche auf Erden hat nicht größere Macht noch Werk als solch gemeinsames Gebet gegen alles, was ihr Anstoß geben mag.

Und noch ein letztes Zitat von Luther:

Das sollen wir wissen, dass all unser Schirm und Schutz allein im Gebet steht. ---

Aber nun ist es erstaunlich, dass bei uns schon noch recht viel über Gott geredet wird, auch in den Medien. –

Aber das Reden mit Gott nimmt immer mehr ab.

2017 gaben zwei Drittel der Bevölkerung in einer Umfrage an, selten oder nie zu beten.

Nur im Notfall werde Gott noch angerufen - so wie man den Notarzt oder die Feuerwehr zur Hilfe ruft, wenn man selbst nicht mehr zurechtkommt. Weithin sei die Gebetstradition völlig abgerissen.

Die Corona Pandemie hat dies nun wieder etwas verändert. Ein Drittel der Deutschen würden jetzt laut einer INSA Umfrage wieder häufiger um Schutz und Beistand für sich, ihre Angehörigen und Freunde bitten.

Frauen würden dabei häufiger als Männer beten. Und auch die Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirche würden jetzt wieder zu über 40 % beten

Ein Pfarrer befragte einmal seine Gymnasiasten zum Thema Gebet.

Auf die Frage warum sie beten würden, antwortete eine 16-jährige Schülerin: Beim Beten kann ich mir alles von der Seele reden.

Eine 19-Jährige schrieb: Was andere ins Tagebuch schreiben, das erzähle ich Gott im Gebet.

Und ein 20-Jähriger sagt: Beten ist für mich wie ein Ventil. Ich lasse Druck ab, wenn ich mit meinen seelischen Problemen nicht zurechtkomme.

Wer betet, der spürt und glaubt also, dass er mit Gottes Hilfe etwas bewegen kann.

Das gilt heute genauso, wie zu früheren Zeiten.

Ein Mitarbeiter Friedrich von Bodelschwinghs erzählt dazu einmal folgendes Erlebnis:

Der chirurgische Chefarzt in Bethel musste Bodelschwingh in einem Fall bedauernd mitteilen, dass ein Patient nicht mehr zu retten sei. Da platzte Bodelschwingh mit der Frage heraus: „Haben sie schon gebetet um seine Rettung?“

Der Professor und sein Assistent lächelnd diskret. Bodelschwingh übersah das und sagte nur:

„Also nein! Gut, dann will ich jetzt einmal die Sache mit Gott bereden!“

Wohl eine Stunde lang lag er in seinem Zimmer auf den Knien und betete. Danach ging er wieder in das Krankenzimmer jenes Patienten.

Hier empfing ihn die Schwester: „Herr Pastor, seit einer halben Stunde geht es dem Kranken plötzlich besser!“

Nach einigen Wochen war er wieder vollständig genesen, und der Professor ging zu Bodelschwingh und sagte: „Ich werde nie wieder lächeln, wenn sie mich zum Beten auffordern!“ ---

Freilich, so schnell geht das nicht immer mit der Gebetserhörung. Dieses schlichte Beispiel will auch nichts verallgemeinern - das wäre zu einfach.

Aber fest steht: Nicht Gott ist schuld daran, wenn unsere Gebete nicht erhöht werden. Wir haben uns zu prüfen, ob wir überhaupt beten.

Gott steht jedenfalls zu seinem Wort, so oder so. Und wenn Jesus sagt: „Alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, werdet ihr empfangen“ - wer wollte angesichts dieser Zusage immer nur zweifeln und nicht lieber das Wagnis des Gebets eingehen?

Wie schaut das nun bei uns aus? Hat das Gebet bei uns auch heute noch Sinn und Erfolg?

Wer auch heute noch nach der alten Mönchsregel ora et labora, bete und arbeite, lebt, der erfährt, wie Gott seinen Segen besonders auf die Arbeit legt, die wir vorher im Gebet vor Gott ausgebreitet haben.

Unzählige Menschen haben durch das Gebet Hilfe und Rettung, Kraft und Trost empfangen. Sie konnten ihre Sorgen bei Gott ablegen und sich dadurch selber entlastet fühlen, weil sie wussten und glaubten, dass nun der Allerbeste für sie sorgt, der lebendige Gott, dem nichts unmöglich ist und der alle Macht und Gewalt im Himmel und auf der Erde hat.

Auch der Beter des 66. Psalms hat das offensichtlich in seinem Leben immer wieder erfahren dürfen. Deshalb jubelt er es förmlich heraus: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft!

Liebe Gemeindeglieder. Vielleicht haben sie das in ihrem Leben auch schon an verschiedenen Stellen erfahren dürfen. Vielleicht haben sie auch schon öfters in ihrem Leben die Erfahrung machen dürfen, dass Gott ihre Gebete erhört hat.

Es lohnt sich auf alle Fälle, diesen unseren Gott in allen Lebenslagen anzurufen. Wir dürfen nämlich auch in Zukunft alles, was uns bewegt, was uns Sorge oder Angst macht, Gott im Gebet anbefehlen und darauf vertrauen, dass er die Sache dann für uns persönlich in die Hand nimmt und für uns und unsere Lieben sorgt.

Im Ersten Petrusbrief steht dazu der schöne Vers zu lesen, der auch mir immer wieder viel geholfen hat: Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorgt für euch! ---

Unser Wochenspruch hat aber auch noch einen zweiten Teil, den ich zum Schluss noch nennen möchte. Der Psalm - Beter sagt: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Gott will seine Güte nicht abwenden. Er will weiter gut zu uns sein, uns in guten wie in schweren Tagen tragen. Er will auch künftig mit uns sein, uns auf unseren Wegen führen und leiten und uns bei allen Entscheidungen helfen.

Wo wir durch eigene Schuld in eine Sackgasse geraten sind, da hilft Gott uns durch den Zuspruch der Vergebung heraus. Wo wir nicht mehr weiterwissen, hat Gott immer noch einen Ausweg bereit.

Und am Ende unseres Lebens fallen wir in kein dunkles Loch. Nein, wer in diesem Leben seine Hoffnung und sein Vertrauen auf Gott gesetzt hat, für den ist der Tod dann der Eingang in das Leben, in das ewige Leben in Gottes himmlischem Reich.

Gott streckt uns auch heute seine ausgestreckte Hand entgegen. Wir dürfen täglich neu ja zu einem Leben mit ihm sagen. Auch heute dürfen wir das Angebot Gottes, dass er uns schon in unserer Taufe gegeben hat, persönlich annehmen. Wir dürfen ihn einladen, auch weiter bei uns zu sein.

Es wird uns dann später im Rückblick auf unser Leben genauso gehen, wie dem Beter unseres Wochenspruchs. Wir werden dann auch viel Grund zum Loben und Danken haben und dies vielleicht mit den Worten des 66. Psalms tun:

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Amen

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen

 

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