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Predigt über Johannes 7,37-39 von Pfr. Heidenreich für Exaudi (16. Mai 2021)

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen

 

Joh. 7,37-39

Aber am letzten, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.

Gebet

 

Liebe Gemeinde!

Eine Geschichte erzählt von einem Beduinen in der Wüste Nordafrikas. Immer wieder legt er sich auf den Boden und drückt sein Ohr in den Sand. Stundenlang horcht er so in die Erde hinein.

Verwundert fragt ihn jemanden: „Was machst du da eigentlich?“

Der Beduinen erhebt sich und antwortet: „Freund, ich horche. Ich horche, wie die Wüste weint. Ich glaube, sie möchte gern ein Garten sein!“ ---

Nicht nur die Wüste Sahara dürstet nach Wasser, weil sie gerne neu aufleben möchte.

Die Wüste hat heute viele Namen:

Denken wir an die Wüste des Krieges im Nahen Osten. Wir werden die Menschen dort weinen. Wie sehr werden sie sich in der Tiefe ihrer Herzen nach Frieden sehnen.

Oder denken wir an die Wüste unserer gefährdeten Umwelt. Wie sehr weint sie, geschunden unter der millionenfachen Zerstörung durch uns Menschen. Wie sehnt sie sich danach, dass wir die uns von Gott gegebene Verantwortung wahrnehmen und unsere Erde endlich bebauen und bewahren.

Denken wir an die Wüste körperlich oder seelisch belasteter Menschen. Wie sehr sehnen sie sich danach, aufzuatmen, Entlastung zu spüren und neu, voll Vertrauen, in die Zukunft blicken zu können.

Denken wir an die Wüste des Sterbens und des Todes. In Altenheimen und Krankenhäusern, auf der Straße, in der Luft oder im Meer. Wie sehnen sich da viele Menschen und andere Geschöpfe nach neuer Hoffnung. ---

Aber kann diese Sehnsucht überhaupt erfüllt werden? Gibt es so etwas wie eine Quelle frischen Wassers? Oder bleibt alles Verlangen, Sehnen und Dürsten nur eine Illusion, ein Wunschtraum? ---

Manchmal ist das erquickende Wasser ganz nah und man ahnt es gar nicht.

„Wasser genug für Wanderer, verborgenes Wasser!“ So sagte einmal ein Eingeborener auf der Insel Madagaskar zu einem Missionar, der in dieser dürren Gegend vor Durst fast umkam. Dann führte er ihn zu einem besonderen Baum, setzte den Speer an den breiten Schaft eines Blattes und sagte zu dem Missionar: „Halt deinen Becher darunter!“

Der erstaunte Missionar gehorchte. Und wie aus einer Quelle strömte Wasser in sein Trinkgefäß.

Frisches, klares Wasser, das sich in dem hohlen Stil des Blattes gesammelt hatte. Die Eingeborenen nennen diesen Baum den „Baum des Wanderers“. ---

Das Wasser des Lebens ist da. Man muss es nur zu finden wissen. ---

Mit unserem heutigen Evangelium erreicht uns eine gute Nachricht. Es gibt auch bei uns so einen Baum für durstige Wanderer auf dem Weg des Lebens.

Ein solcher Baum ist Jesus Christus für alle, die zu ihm kommen. Das tiefe Sehnen darf bei Jesus gestillt werden. Alle Gebete um Hilfe und Bewahrung, um Führung und Begleitung werden bei ihm erhört. Das tiefe Sehnen seiner Gemeinde weiß er besser zu erfüllen, als wir es je hätten träumen können.

Deshalb ist für uns nicht Trauer und Weinen, nicht Hoffnungslosigkeit und Angst angesagt, sondern Freude darüber, dass Jesus nicht nur einmal gekommen ist, sondern dass er heute, morgen und alle Tage bei uns ist. Seine Gegenwart und die gute Zukunft, die er schenkt, sind Grund ewiger, unerschütterlicher Freude!

 

Die gute Nachricht in unserem Evangelium entfaltet Jesus in zwei Richtungen.

Zunächst als Einladung: „Wer da dürstet, der komme zu mir und trinke!“

 

Dann aber auch als Verheißung: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

 

Hören wir zunächst auf die Einladung: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“

Wo und in welche Situation hat Jesus das ausgerufen? Es war auf dem sogenannten Laubhüttenfest in Jerusalem, dem jüdischen Erntedankfest. Viele Pilger strömten zusammen. Verschiedenste Sitten und Gebräuche verliehen gerade dem letzten Tag des Festes einen besonderen Glanz.

So fand zum Beispiel ein festlicher Umzug der Priester um den Brandopferaltar des Tempels statt.

Dabei schöpften sie mit einem goldenen Krug Wasser aus der Siloah-Quelle. Dann gossen sie es auf dem Altar aus. Dabei sangen die Pilger: „Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils!“

Vermutlich geschah das gerade, als Jesus seine Stimme erhob: „Das, was ihr euch so sehr wünscht, echtes Lebenswasser, das findet ihr bei mir! Denn ich bin der wahre Brunnen des Heils. Nun kommt und schöpft Wasser bei mir!“

Es fällt auf, wie eindringlich und zugleich herzlich Jesus ruft. Wer seine Einladung nicht folgt und sein Heil woanders sucht, bleibt auf dem falschen Weg und wird seinen Lebensdurst nie stillen. Auch die Flucht in Konsum und Drogen, in Alkohol und Workaholic, d.h. in den Zwang, ständig arbeiten zu müssen, oder die Flucht in Sekten oder fernöstliche Religionen, wird da nicht weiterhelfen.

 

Schon der alte Prophet Jeremia nannte die Dinge beim Namen als er sagte:

„Ihr macht einen doppelten Fehler: Mich, die lebendige Quelle, verlasst ihr. Und stattdessen baut ihr euch Zisternen, die doch rissig sind und nur dreckiges, abgestandenen Wasser geben.“

Täuschen wir uns nicht! Die einzige Quelle die unseren Lebensdurst stillen kann, hat Gott uns in seinem Sohn Jesus Christus gegeben. In ihm liegt das Geheimnis unseres Lebens.

Auch der spätere Kirchenvater Augustin lernte das erst recht spät. Aber dann bekannte er: „Unser Herz ist und bleibt unruhig, bis es Ruhe findet in Gott!“

Wer sich von Gott entfernt, oder nie zu ihm kommt, verliert sich selbst. Ich vermute, dass das die Ursache vieler Lebens- und Sinnkrisen ist, von denen heute viele Menschen unterschiedlichster Gesellschaftsgruppen betroffen sind.

Aber nun will uns Jesus begegnen – heute und hier genauso, wie damals. Er ruft uns zu:

In mir und meinem Wort kommt Gott zu euch! Bei mir bekommt ihr alles, was ihr braucht, damit euer Leben nicht vertrocknet, sondern gedeiht und Frucht bringt.

Bei mir ist eine offene Tür! Deshalb kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!

Bei mir ist Liebe und Zuwendung! Denn wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch.

Bei mir ist Geborgenheit! Denn ich bin der gute Hirte. Ich kenne die Meinen und sie kennen mich!

Bei mir ist Erfüllung! Denn ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen!

Bei mir ist das ewige Leben! Denn ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er einmal stirbt! ---

Was müssen wir nun tun, um dieses großartige Angebot Jesu auch für uns zu bekommen? Jesus gibt eine einfache Antwort: „… der komme zu mir und trinke!“

So wie wir sind, mit den hellen und dunklen Seiten unseres Lebens, sollen wir kommen, auf ihn hören, sein Wort in uns aufsaugen und im festen Vertrauen auf ihn neue Wege gehen.

Das ist ganz unkompliziert. Täglich will Gott in seinem Wort zu uns kommen und sagt: „Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende! Sie ist alle Morgen neu!“ - Quellfrisch für uns da!

Deshalb lasst uns täglich von der Quelle seines Wortes trinken. Und nehmen wir uns dann auch Zeit zum Gebet.

Wir werden reich beschenkt: Unser Denken, Reden und Handeln wird dann von Gottes Gegenwart bestimmt. Unser Leben wird erfüllt sein von einer tiefen Freude, die bleibt, auch dann, wenn uns einmal alles unter den Händen zu zerrinnen erscheint. Denn Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude!

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Reich beschenkt. Das gilt genauso für die Verheißung, die uns mit dem heutigen Evangelium erreicht: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Jesus entwirft hier ein großartiges Bild. Wer von ihm mit neuem Leben beschenkt wurde, der kann es gar nicht für sich behalten. Er muss es weitergeben, weiter strömen lassen aus freien Stücken. So wird er selbst zu einem Brunnen, von dem Ströme lebendigen Wassers fließen.

Im Kloster Maulbronn gibt es einen berühmten Brunnen: drei Schalen sind übereinander angeordnet; das Wasser der Quelle strömt in das oberste Becken; ist dieses gefüllt, fließt es über in die nächste Schale und dann in die dritte.

Conrad Ferdinand Meyer beschreibt das in seinem Gedicht: „Der römische Brunnen.“

„Auf steigt der Strahl / und fallend gießt / er voll der Marmorschale Rund, / die, sich verschleiernd, / überfließt / in einer zweiten Schale Grund.

Die Zweite gibt, / sie wird zu reich, / der Dritten wallend ihre Flut, / und jede nimmt / und gibt zugleich / und strömt und ruht.“

In derselben Weise werden Christen zu Strömen lebendigen Wassers, indem sie zugleich empfangen und weitergeben. Das ist das Geheimnis eines von Jesus beschenkten Menschen. Ein Nehmender und ein Gebender in einer Person zu sein.

Conrad Ferdinand Meyer hat in seinem Gedicht einige tiefe Wahrheiten ausgesprochen. Sie helfen uns, Jesu Verheißung: „Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen“, tiefer zu verstehen.

 

Zum einen erlebt das Wasser durch das Weitergeben eine wunderbare Vermehrung. Wer bei Jesus die Stillung seines eigenen Durstes, seiner Sehnsüchte, erfahren hat, wird zu einem Menschen, der so viel Wasser besitzt, dass er den Durst anderer stillen kann und auch will.

Er kennt keinen Egoismus mehr. Er will das Wasser nicht konservieren, nicht gleichsam in Flaschen für den privaten Gebrauch abfüllen, sondern es freizügig weiterströmen lassen.

Wohin? In alle Bereiche, in denen sich unser Leben heute abspielt: in die Familie, die Hausgemeinschaft, die Nachbarschaft, an den Arbeitsplatz, in die Schule, die Öffentlichkeit. Immer wieder wird es darum gehen, dem Evangelium mitten in dieser Welt eine Stimme zu geben.

 

Das andere, das in dem Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer anklingt, ist das, dass das Wasser immer neu empfangen werden muss.

Es besteht nämlich die große Gefahr, dass wir so engagiert und aktiv werden, dass wir vergessen, immer wieder neu zur Quelle lebendigen Wassers, zu Jesus Christus, zurückzukehren.

Die Folge davon wäre, dass wir eines Tages wie leer, wie ausgelaugt wären. Das lebendige Wasser, das Jesus geben möchte, seinen guten Heiligen Geist, können wir genauso wenig horten, wie das Manna in der Wüste.

Jesus will vielmehr, dass wir immer wieder neu zu ihm kommen und um frisches Wasser bitten:

„Herr, sieh doch unsere Kraftlosigkeit, unseren Mangel, unsere Armut an! Fülle uns neu mit deinem Geist und deiner Kraft!“

Denn aus eigener Kraft können wir gar nichts tun. Sein Heiliger Geist ist nie unser bleibender Besitz. Doch können und sollen wir Jesus unermüdlich um seinen Geist bitten, den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Wer zu Jesus Christus kommt und trinkt, der wird nicht zum Rinnsal, sondern zum Strom lebendigen Wassers werden. ---

Wer im wasserarmen Israel lebte, weiß den Unterschied zu schätzen: Ein Rinnsal mag den eigenen Durst stillen, ein Strom aber kann ein trockenes Tal in eine fruchtbare Landschaft verwandeln.

Ich bin überzeugt: Jesus Christus beschenkt uns reich, wann und wie er es will. Sein Geist will unser Leben erneuern und unsere Lage so verändern, dass uns nichts als Staunen bleibt. Denn wir sind die Armen, die doch viele reich machen; die Traurigen, aber allezeit fröhlichen, wie Paulus es bezeugt hat. So können wir zusammen mit vielen anderen Christen dankbar singen: „Jesus ist kommen, die Quelle der Gnade: komme, wen dürstet und trinke, wer will!“ Amen

 

Und der Friede Gottes, welche höher ist, als unsere menschliche Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

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