Spende

Wer für unsere Kirchengemeinde Mistelbach spenden möchte, kann hier

online spenden

 

oder eine Spende auf folgendes Konto überweisen:

Spendenkonto Evang.-Luth Kirchengemeinde Mistelbach

IBAN: DE04 7806 0896 0009 6490 93

BIC: GENODEF1HO1

VR Bank Bayreuth-Hof eG

Herzlichen Dank!


 

 

Predigt über 1. Korinther 12,4-11 von Pfr. Heidenreich für Pfingsten (23. Mai 2021)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

1. Korinther 12,4-11:

Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.

Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr.

Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.

Durch einen jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller.

Dem einen wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben; dem andern ein Wort der Erkenntnis durch denselben Geist; einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist; einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen.

Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist, der einem jeden das Seine zuteilt, wie er will.

Gebet

Liebe Gemeinde!

Wir feiern Pfingsten. Aber Pfingsten ist schon so ein eigenartiges Fest. Es gibt keinen Adventskranz mit Kerzen, keinen Tannenbaum mit den vielen Kugeln und Lichtern, keine eingepackten Geschenke, keine Ostereier und keine Osterlämmer.

Irgendwie bleibt Pfingsten schwer greifbar. Worum geht es denn eigentlich an diesem Fest? Was wird da gefeiert? Wer ist denn dieser Heilige Geist?

In der Bibel wird der Heilige Geist auch mit Wind       oder Sturm bezeichnet. Da kommen wir der Sache schon etwas näher. Denn auch den Wind können wir zwar nicht greifen, aber wir können seine Auswirkungen sehr wohl wahrnehmen.

Der Wind treibt Segelschiffe voran, ermöglicht viele moderne Sportarten wie Surfen oder Kiten und dient heute sogar ganz umweltfreundlich zur Stromversorgung, indem er riesige Windräder in Drehung versetzt.

Beim Heiligen Geist ist es ganz ähnlich. Auch er setzt etwas in Bewegung, bringt uns voran und gibt uns immer wieder neue Energie.

Was der Heilige Geist macht, das können wir nur an seinen Auswirkungen erkennen. ---

Ich möchte als Beispiel jetzt einfach mal meine Armbanduhr hernehmen. Es ist eine sogenannte Automatikuhr. Sie braucht keine Batterie und sie muss auch nicht aufgezogen werden. Und dennoch läuft sie wie durch Geisterhand Tag für Tag.

Wie ist das möglich? Meine Armbanduhr wird durch eine besondere Kraft von außen in Bewegung gesetzt. Die Bewegungsenergie meines Körpers wird von der Uhr aufgenommen und gespeichert.

Nur wenn ich sie täglich am Arm trage, dann läuft sie auch.

Als ich einmal krank war und meine Uhr längere Zeit auf dem Nachttisch lag, da blieb sie stehen.

Der Heilige Geist ist auch so eine Kraft, die uns von außen antreibt, die uns in Bewegung setzt.

Deshalb ist es ganz wichtig, täglich neu mit dieser Kraft in Verbindung zu stehen, uns von ihr mit neuer Energie versorgen zu lassen. Denn nur dann geht es in unserem Leben als Christinnen und Christen, aber auch im Leben unserer Gemeinden voran.

Deshalb haben wir vorhin auch gesungen: O komm du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein! Immer wieder neu, täglich neu, dürfen wir um das Geschenk des Heiligen Geistes bitten, denn in ihm ist die ganze Kraft Gottes verborgen. ---

Wenn ich meine Armbanduhr nun genauer anschaue, dann kann ich durch ein Glas an der Rückseite ins Innere der Uhr hineinschauen.

Ich sehe eine halbkreisförmige Scheibe, die durch die Bewegung der Uhr sich dreht und sie dadurch aufzieht. Eine kaum sichtbare Feder zittert aufgeregt hin und her. Winzige Zahnräder, mit noch kleineren Zacken, sind irgendwie miteinander verbunden. Ein kleines Wunderwerk der Technik.

Was da alles im Inneren meiner Uhr geschieht, kann man gar nicht alles sehen. Aber was man sehen kann, ist auf der Vorderseite hinter dem Uhrglas zu erkennen. Da bewegen sich drei Zeiger mit unterschiedlicher Geschwindigkeit im Kreis herum. Und an ihnen kann ich die genaue Uhrzeit ablesen.

Die Bewegung meines Armes, die an die Uhr weitergegeben wird, die verschiedenen Federn, Zahnräder und Achsen, die da ihren Dienst tun, sind nur dazu da, dass ich am Ende die Uhrzeit ablesen kann.

Das Ergebnis all dessen, was da im Hintergrund geschieht, kann ich also am Zifferblatt ablesen.

Und dabei ist kein noch so kleines Detail unwichtig. Jedes einzelne Teil ist nützlich und unbedingt nötig, um dem großen Ziel zu dienen.

Wenn auch nur ein einziges, winziges Teil fehlen würde, würden die Zeiger stehen bleiben und eben keine genaue Zeit mehr anzeigen können.

Kann man bei so einer Uhr dann überhaupt von einem wichtigeren oder unwichtigeren Teil sprechen? Tut eines eine wertvollere Arbeit als das andere?

Nein, denn sie dienen alle dem gleichen Ziel. Und nur gemeinsam im richtigen Zusammenspiel kann es gelingen. ---

Was sagt uns das im Blick auf unsere Kirchengemeinden? Unsere Kirchengemeinden sind ja auch so etwas wie ein großes Uhrwerk. Da wirken unzählige Menschen zusammen mit ganz verschiedenen Gaben und Aufgaben.

Da gibt es die einen, die wie das Zifferblatt einer Uhr ganz vorne im Blickfeld stehen. Vielleicht der Pfarrer oder die Mitglieder des Kirchenvorstands.

Und da gibt es welche, die eher im Hintergrund ihren Dienst tun. Vielleicht unsere Reinigungskräfte, die Kirche und Gemeindehaus in Ordnung halten. Oder der Mitarbeiter, der die Homepage pflegt. Oder ein anderer, der mit seiner handwerklichen Gabe unter der Woche schnell mal etwas repariert.

Da gibt es die, die sich wie der Sekundenzeiger der Uhr schnell bewegen. Die immer sofort dienstbereit sind, wenn man sie braucht. Die ganz viel leisten.

Und da gibt es die, die wie der Stundenzeiger ganz ruhig und zuverlässig immer wieder mal kleinere Aufgaben übernehmen. ---

Ist nun der Pfarrer wichtiger als die Putzfrau? Ist zum Beispiel die Sekretärin, die mehrfach in der Woche im Dienst ist, wichtiger als der Austräger des Gemeindebriefes, der alle zwei Monate seine Runde dreht?

Ich denke nein! Jeder und jede ist wichtig mit genau den Gaben und Begabungen, die sie im Dienst des Ganzen einbringen. ---

Und damit sind wir schon bei einem ganz wichtigen Stichwort: nämlich dem „sich einbringen“!

Was nützt das teuerste Platingehäuse einer Uhr, wenn in ihm kein Uhrwerk seinen Dienst tut? Was nützt das schönste, goldene Zahnrad, solange es nur in der Ersatzteilkiste des Uhrmachers liegt?

Nur wenn all diese Teile sich einbringen, wenn sie eingebaut sind, dann dienen sie dem großen Ziel. --

Genauso ist es in einer Kirchengemeinde. Nur wer seine Gaben und Begabungen auch richtig einsetzt, der dient dem Ganzen.

Lassen wir uns deshalb doch vom Heiligen Geist Gottes wieder ganz neu in Bewegung setzen! Lassen wir uns von ihm an den Platz stellen, den er für uns vorgesehen hat! Tun wir doch alle den Dienst, für den uns Gott geschaffen hat.

Wo wir uns so in unsere Gemeinde einbringen, da wird Gemeinde gebaut und da wird letztendlich Gott geehrt.

Deshalb ruft der Apostel Paulus hier in unseren Predigttext der Gemeinde in Korinth damals und uns heute zu:

Es sind verschiedene Gaben, die Gott uns aus seiner Gnade gibt; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter, Dienste und Aufgaben; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott der da wirkt alles in allem.

Fragen wir uns doch immer wieder einmal neu, welche Gabe Gott uns persönlich aus seiner Gnade anvertraut hat. Und Gott sei Dank hat Gott jedem und jeder von uns seine ganz unterschiedlichen Gaben gegeben.

Deshalb ist aber keiner von uns wertvoller als der andere. Und es ist keiner minderwertiger als der andere.

Denk ja nicht, dass du weniger wert bist, weil du nicht das Gymnasium besuchst. Glaub ja nicht, dass du durch deine Krankheit weniger wert bist als die Gesunden. Glaub ja nicht, dass du in deinem Alter weniger wert bist, als die Jungen.

Aber das gilt auch umgekehrt. Denke ja nicht, dass du mit deiner Kraft und deiner Sportlichkeit mehr wert bist als der Unsportliche. Glaube ja nicht, dass du mit deiner hohen Bildung mehr wert bist als sogenannte einfache Menschen. Glaube ja nicht, dass du mit deiner Lebenserfahrung wertvoller bist als die Jugend.

Jeder von uns ist doch ein genialer Gedanke Gottes. Beschenkt und begabt mit seinen je eigenen Fähigkeiten.

Und diesen Gaben und Begabungen entsprechen dann in der Gemeinde auch verschiedene Dienste, Aufgaben und Ämter. Aber sie sind uns alle vom gleichen Herrn anvertraut. Gott will dich und mich in seinen Dienst stellen. Gott hat eine Aufgabe für uns.

Aber diese Aufgabe kann sich natürlich auch im Laufe des Lebens verändern. Wer etwa mit 20 Jahren begeistert in der Jugendarbeit mitgearbeitet hat, der ist vielleicht mit 70 ein begnadeter Seelsorger. Wer ein Leben lang in der Gemeinde mit angepackt hat, ist vielleicht im Alter ein besonders treuer Beter. Und wer in jungen Jahren viel Zeit und Energie eingebracht hat, der kann vielleicht im Alter durch seine Spende viele segensreiche Dienste weiterhin ermöglichen.

Und jeder und jede von uns hat dabei auch unterschiedliche Ressourcen an Zeit und Kraft. Deshalb kann sich der eine mehr und intensiver einbringen, als der andere.

Aber es gibt auch unterschiedliche Kräfte. Der eine kann mehr seine körperliche Kraft einbringen, packt handwerklich an oder hilft bei Festen mit. Und der andere bringt er seine geistige Kraft ein, der denkt mit, plant und organisiert. Der hat gute Ideen und Lösungsmöglichkeiten oder setzt segensreiche Impulse zur richtigen Zeit.

Aber auch all diese unterschiedlichsten Kräfte sind uns letztlich von Gott geschenkt. Sie sind Gaben seiner Gnade, die er in Aufgaben und Diensten in der Gemeinde und zur Ehre Gottes eingesetzt haben möchte.

Paulus nennt hier am Schluss unseres Predigttextes noch eine ganze Reihe von verschiedenen Gaben und Begabungen. Einige davon möchte ich noch herausgreifen. Denn sie sind enorm segensreich und ein Reichtum für die Gemeinde Jesu Christi.

Da ist einem die Gabe der „Weisheit“ gegeben. Er versteht es, auch in schwierigen Problemen einen guten Rat zu erteilen.

Ein anderer hat die Gabe der „Erkenntnis“. Er besitzt einen echt hilfreichen Durchblick in kniffligen Situationen.

Von einem Dritten geht ansteckender „Glaube“ aus. Durch ihn werden Menschen ermutigt, sich auf Gott einzulassen.

Das Gebet eines Vierten dringt bis in den Himmel. Es vermag Kranke „gesund zu machen“.

Ein Fünfter hat „die Kraft, Wunder zu tun“. In seiner Umgebung geschieht oft Gottes Eingreifen in unglaublicher Weise.

Ein Sechster hat offene Augen für Gottes Handeln in der Welt. Er weiß es wie in einer „prophetischer Rede“ zu deuten.

Ein Siebter erkennt, wess’ Geistes Kind ein Mensch oder eine Sache ist. Er kann die guten Geister von den bösen unterscheiden. ---

Darüber hinaus gibt es noch viele andere Gaben, mit denen der Heilige Geist Menschen ausrüstet und bevollmächtigt.

Da kann einer besonders gut Traurige, Hoffnungslose oder Verzweifelte trösten.

Da kann ein anderer zu Angefochtenen, Niedergeschlagenen oder Depressiven den Geist der Freude bringen.

Wieder andere haben die Gabe des Vertrauens: sie können seelisch Belasteten oder Schuldbeladenen die Zunge lösen zu Aussprache und Beichte.

Noch andere können Sterbende voller Gewissheit des ewigen Lebens machen. ---

Das alles hat Paulus im Blick, wenn er von den „verschiedenen Gaben“ redet, die Gott „zum Nutzen aller“ schenkt.

So begabt, so reich, so vielfältig will er seine Gemeinde haben: sie soll ein weites Kraftfeld des Heiligen Geistes sein!

Deshalb lass dir von Gott die Gabe zeigen, die er dir geschenkt hat. Er hat dich gewiss nicht vergessen.

Setze diese Gaben dann aber auch ein, um Dienste in der Gemeinde zum Segen aller auszuführen.

Danke aber auch für die Gaben und Aufgaben, die Gott dir anvertraut, und nutze die Kraft, die er dir dazu gegeben hat.

Kein Dienst ist dabei wertvoller als der andere. Keine Aufgabe geringer als die andere. Denn sie sind – wie die verschiedenen Teile einer Uhr – alle zusammen dazu da, dem einen großen Ziel zu dienen: dem Aufbau der Gemeinde und der Ehre Gottes.

Lassen wir uns deshalb alle heute neu begeistern!

Amen

Und der Friede Gottes, welche höher ist, als unsere Vernunft, bewahre Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

Wie Sie unsere Kirche finden!

Kontakt

Evang.-Luth. Kirchengemeinde Mistelbach

Pfarrer Wolfgang Heidenreich
Hardtstr. 7
95511 Mistelbach

Telefon: 09201/363
Telefax: 09201/799663
E-Mail: pfarramt.mistelbach@elkb.de

Bürostunden Pfarramt:
Dienstag 14:00-16:00 Uhr und Mittwoch 09:00-11:00 Uhr
im Pfarrhaus, Hardtstr. 7, 95511 Mistelbach

Vertrauensfrau des Kirchenvorstands:
Frau Daniela Dütsch, Am Sandacker 2, 95511 Mistelbach
Telefon 09201/799556

Stellvertretender Vertrauensmann des Kirchenvorstands:
Herr Oswald Roith, Forkendorfer Str. 4, 95511 Mistelbach
Telefon 09201/1027
E-Mail: oswald.roith@gmx.de


Bankverbindungen:
IBAN: DE04 7806 0896 0009 6490 93 (Spenden, Pacht)
IBAN: DE05 5206 0410 0101 3038 05 (Rechnungen)
IBAN: DE92 7806 0896 0209 6490 93 (Kirchgeld)

Bild rechts:
Pfarrer Wolfgang Heidenreich
Hardtstr. 7
95511 Mistelbach
09201/363