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Predigt über 2. Korinther 9,6-15 an Erntedank (03. Oktober 2021)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen

2. Korinther 9,6-15

Ich bin davon überzeugt: Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten; wer aber viel sät, der wird auch viel ernten. So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht, weil die anderen es tun. Denn Gott liebt den, der fröhlich und bereitwillig gibt.

Er wird euch dafür alles schenken, was ihr braucht, ja mehr als das. So werdet ihr nicht nur selbst genug haben, sondern auch noch den anderen Gutes tun können.

Schon in den Psalmen heißt es von dem Mann, den Gott reich beschenkt hat: „Er hat viel gesät und von seiner reichen Ernte den Armen abgegeben. Auf seine barmherzige Liebe kann man immer zählen.“

Gott aber, der dem Sämann Saat und Brot schenkt, wird auch euch Saatgut geben. Er wird es wachsen lassen und dafür sorgen, dass eure Opferbereitschaft Früchte trägt.

Ihr werdet alles so reichlich haben, dass ihr unbesorgt weitergeben könnt. Außerdem würden wir auf diese Weise dazu beitragen, dass viele Menschen Gott danken.

Eure Gabe hätte demnach zwei gute Auswirkungen: Sie wäre nicht nur eine Hilfe für die Not leidenden Christen in Jerusalem, sie würde auch bewirken, dass viele Menschen Gott danken.

Denn für diese dringend benötigte Unterstützung werden die Beschenkten Gott loben, weil ihr euch so treu zum Evangelium von Jesus Christus bekennt und so bereitwillig und freudig mit den Christen in Jerusalem und mit allen anderen teilt.

Sie werden für euch beten und wären gern mit euch zusammen, weil sich an euch die Gnade Gottes auf so wunderbare Weise gezeigt hat. Wir aber danken Gott für seine unaussprechlich große Gabe.

Gebet

Ein Bauer feierte seinen 100. Geburtstag. Ein Reporter fragte den alten Mann, ob er gern Bauer gewesen wäre.

Der überlegte eine Weile, dachte an die schwere Arbeit von früh bis spät und an sein Leben ohne Wochenendfreizeit oder Sommerurlaub, dann antwortete er mit abwägendem Blick: „Ja, ich war gern Bauer und würde es heute wieder werden.“

Der Reporter fragte weiter, ob er noch einmal dieselbe Frau heiraten würde.

Dem Bauern ging das gemeinsame Leben mit seiner verstorbenen Frau durch den Kopf. Die Ehe war schön, doch manchmal auch recht schwierig gewesen. Und wieder antwortete er mit abwägendem Blick: „Ja, ich würde meine Käthe noch einmal heiraten.“

Ob er denn gar nichts anders machen würde, wollte der Reporter wissen. „Doch“, kam jetzt spontan die Antwort, „ich würde eher anfangen, Gott für seine guten Gaben zu danken!“

Liebe Gemeinde,

Paulus macht es uns hier vor. Er sagt: Gott sei Dank für seine unaussprechliche Gabe! Hat der Apostel nicht Recht? Wirklich unglaublich, unerschöpflich, was der Schöpfer Himmels und der Erde Jahr für Jahr wachsen lässt! Wir haben nur weithin das Staunen verlernt.

Da bringt eine einzige Kartoffel einen ganzen Stock voller Kartoffeln hervor; ein einziges Weizenkorn eine ganze Ähre voller Körner; eine kleine Pflanze pfundweise Tomaten; ein kleiner Kern einen Baum mit Zentnern von Äpfeln!

Kein Bio-Wissenschaftler, keine High-tec-Fabrik können das vollbringen. Wachstum und Frucht sind allein Gottes Werk! Er schafft alles und erhält alles. Bis heute ist er in Schöpferlaune. Und das nicht knauserig, sondern richtig verschwenderisch. Gott sei Dank! ---

Danken wir es ihm aber? Danken wir Gott, dass er immer noch in Geberlaune ist – bei uns in Deutschland besonders? Seit Jahrzehnten haben wir unser tägliches Brot in Hülle und Fülle. - Doch wie gehen wir damit um?

„Brot landet massenhaft im Müll“, titelte der „Nordbayerische Kurier“. Und dann konnte man lesen: „80.000 Tonnen Brot und Brötchen könnten jährlich nicht verkauft werden. Grund seien vor allem Händler, die stets volle Regale anbieten wollen, sowie Verbraucher, die das erwarteten.

‚Wir sind da leider verwöhnt’, sagte dazu der Verbandspräsident Deutscher Großbäckereien.“

„Wir sind verwöhnt“ und darüber gedankenlos und undankbar geworden! - Doch Undank, hat Dietrich Bonhoeffer gesagt, „erstickt den Glauben, verstopft den Zugang zu Gott“.

Und dann beschreibt er eine Kettenreaktion, die uns nachdenklich machen sollte: „Undankbarkeit beginnt mit dem Vergessen. Aus Vergessen folgt Gleichgültigkeit. Aus der Gleichgültigkeit Unzufriedenheit. Aus der Unzufriedenheit Verzweiflung.“

Doch Bonhoeffer weiter: „Den Dankbaren zeigt Gott den Weg zu seinem Heil. Lass dich fragen, ob dein Herz durch Undank so mürrisch, so träge, so müde, so verzagt geworden ist.“

Der Frage Bonhoeffers sollten wir nicht ausweichen, wenn wir nicht wollen, dass unser Glaube erstickt und unser Zugang zu Gott verstopft wird: Wie steht es mit unserem Dank an Gott? Danken wir ihm wirklich „mit Herzen, Mund und Händen“?

Paulus macht uns heute dazu Mut. Denn was er hier an die Gemeinde in Korinth schreibt, ist kein Bettelbrief für die verarmte Jerusalemer Gemeinde, der so richtig auf die Tränendrüse drückt und ein schlechtes Gewissen macht. Es ist vielmehr ein durch und durch seelsorgerlicher Brief, der Werbung für Gott und für Jesus Christus macht.

Zunächst sagt Paulus den Christen in Korinth und uns heute hier: Ihr seid reich! Nicht weil ihr ein paar Millionen auf der Bank habt, sondern weil ihr Christus kennt!

Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, schreibt er im Kapitel vor unserem Predigttext: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.

Diesen Wechselkurs gibt es in keiner Bank der Welt. Diesen Tausch verspricht nur das Wort Gottes, die Bibel: Jesus wird arm, damit du reich wirst – reich in Gott!

Er wird in einem armseligen Stall geboren, damit von Anfang an klar ist, dass es ihm nicht um äußeren Glanz geht.

Er erleidet schlimmstes Unrecht, damit wir aufrecht vor Gott dastehen und einmal in seinem Gericht bestehen können.

Er wird ausgelacht, damit wir zuletzt lachen können – als die von ihm Erlösten.

Er stirbt, damit wir leben können – befreit von der Last unserer Schuld, weil er sie mit an sein Kreuz nagelt.

Er steht von den Toten auf, damit auch wir aus Tod und Vergänglichkeit auferstehen können.

Dann kehrt er in den Himmel zurück, um uns ein bleibendes Zuhause bei Gott vorzubereiten. ---

So reich bist du! So reich bin ich! Reich in Gott durch Jesus! Er ist der Reichtum unseres Lebens!

Weiß das unser Herz? Glauben wir das von ganzem Herzen?

Wenn ja, dann können wir Gott nur aus vollem Herzen danken, dass wir damit die reichsten Leute der Welt sind!

Wenn nein, dann bitten wir Gott doch herzlich darum, dass wir begreifen: In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis, wie Paulus sagt. Denn Gott lässt uns erkennen und erleben, was für ein Schatz Jesus für unser Leben und Sterben ist! ---

Was das alles mit Geld zu tun hat – mit dem Spendenaufruf des Paulus hier?

Alles! Denn für wen Jesus der Reichtum seines Lebens ist, lebt nicht aus seinem Geldbeutel, sondern aus der Quelle des Lebens. Wer durch Jesus reich an Liebe Gottes geworden ist, für den wird Geld und Besitz zur Nebensache, weil er mit Jesus die Hauptsache gefunden hat, die er zum Leben braucht. Und wer immer wieder ein Stück Brot und einen Schluck Wein von Jesus nimmt, kann damit immer wieder seinen Lebenshunger und seinen Lebensdurst stillen.

Wer durch Jesus reich ist an geistlichen Gaben, wird dann auch frei, Notleidenden oder Hungernden zu helfen! Das kann nur der, der keine Angst hat, dadurch selber zu kurz zu kommen. Der weiß: Bei Jesus ziehe ich nicht den Kürzeren! Er schenkt mir das, was ich brauche. Und zwar so viel, dass ich davon anderen geben kann, was sie brauchen. ---

Doch Gott ist anspruchsvoll beim Geben! Es reicht ihm nicht, dass du etwas gibst – und fertig. Nein, Gott möchte, dass du fröhlich gibst – freiwillig, gerne und dankbar. --- Das kann keiner von uns verlangen! Das schafft auch keiner von selber. Und trotzdem soll man ein fröhlicher Geber sein?

Ein junger Mann betrat einmal im Traum einen Laden. Hinter der Theke stand ein Engel.

Hastig fragte er ihn: „Was verkaufen Sie?“

Der Engel antwortete freundlich: „Alles, was Sie wollen.“

Der junge Mann begann aufzuzählen: „Dann hätte ich gern das Ende aller Kriege in der Welt, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Beseitigung des Hungers in den Entwicklungsländern, mehr Gemeinschaft und Liebe in der Kirche und ... und ... und ...“

Da fiel ihm der Engel ins Wort: „Entschuldigen Sie, junger Mann. Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen keine Früchte, wir verkaufen nur den Samen.“

Wie gesagt, nur ein Traum. Aber einer, der uns etwas zu sagen hat! Nämlich: Unser Leben ist wie ein Acker, in den hinein Gott seinen Samen legen will. Es liegt an uns, ob wir der Boden werden wollen, der Gottes Liebe hervorbringen kann!

Denn durch Egoismus und Selbstsucht, Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit ist dieser Boden bei jedem Menschen hart geworden, manchmal sogar steinhart.

Deshalb ist es gut, bevor wir in der Kirche Platz nehmen, zu beten: „Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt. Gib mir Licht in dem Verstande und was mir wird vorgestellt, präge du im Herzen ein, lass es mir zur Frucht gedeihn.“

Warum? -- Damit der Satz des Paulus bei mir Wirklichkeit wird: Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren, und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit.

Wie tröstlich! Gott sagt nicht: Tut alles, um fröhliche Geber zu werden! Sondern: Ich will die Früchte, die euch als rechte Christen beweisen, bei euch wachsen lassen! Mit Jesus schenke ich euch meine Liebe jeden Tag. Ihr braucht dafür nur zu danken.

Dann wird euer Herz frei von Geiz und Habgier. Dann bekommt ihr die Hände frei, anderen zu helfen. Dann öffnen sich eure Geldbeutel denen, denen nur mit Geld zu helfen ist.

Wo das geschieht, sagt Paulus, wird nicht nur bei Menschen persönlicher Mangel behoben, sondern oft auch Danksagung an Gott ausgelöst!

Wobei aber auch das Umgekehrte gilt: Wo Menschen bei uns vergeblich auf Taten der Liebe warten, zweifeln und verzweifeln sie nicht selten an Gottes Liebe.

Jemand sagte einmal: „Wer auch nur eines Menschen Herzen bewogen hat, Gott zu danken, der hat nicht umsonst gelebt.“

Lassen wir uns daher von Paulus sagen: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.

Das ist keine Drohung nach dem Motto: Dir geht es schlecht, wenn du anderen nicht hilfst.

Das darf auch kein Rechenspiel werden: Ich gebe anderen etwas, damit mir Gott umso mehr gibt.

Das ist vielmehr eine einfache Lebensweisheit: Nur wenn ich großzügig säe, kann ich auch eine große Ernte erwarten! Und bei Gott ist es die Erfahrung: Wer Liebe sät, wird Liebe ernten. Seine Liebe! Und das sogar über unseren Tod hinaus. Paulus konnte dazu nur sagen: Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!

Erinnern wir uns an den hundertjährigen Bauern – von dem eingangs die Rede war – der auf die Frage, ob er denn gar nichts anders machen würde, antwortete: „Doch, ich würde eher anfangen, Gott für seine guten Gaben zu danken.“

Fangen wir doch heute an Erntedank damit an, neu oder wieder die Kunst des Dankens zu lernen! Dann werden wir auch den Segen des Dankens ernten, wie die folgende Geschichte zeigt.

Tag für Tag musste sich die Leiterin eines Altenheimes viel Jammern, Klagen und Murren der Heimbewohner anhören. Da schlägt sie ihnen eines Tages vor, eine „Dankstunde“ zu halten.

Die Alten schütteln den Kopf. „Eine Dankstunde? Nein, danke! Wir haben nichts zu danken!“ Aber dann kommen sie doch – aus Neugierde.

Sie hören, wie die junge Frau Gott aus vollem Herzen dafür dankt, dass viele noch recht gut sehen und hören könnten; dass sie hier bestens versorgt und gut gepflegt würden; dass sie einen Heiland hätten, der bei ihnen wäre, bis sie alt und grau sein würden; dass sie durch ihn Gottes Kinder sein dürften und ihnen das Morgenrot der Ewigkeit schon von ferne leuchten würde. Still hören alle zu.

Einen Monat später kommen fast alle Heimbewohner zur nächsten „Dankstunde“. Bald ist sie eine feste Einrichtung. Und plötzlich haben einzelne den Mut, auch selber ein Dankgebet an Gott zu richten. Im Seniorenheim aber ist eine andere Atmosphäre zu spüren. Zufriedenheit ist eingezogen.

Ja, „durchs Danken kommt Neues ins Leben hinein“.

Lasst uns heute am Erntedankfest ganz neu damit anfangen! Denn Danken tut gut!

Amen

Und der Friede Gottes, welcher höher ist, als unsere menschliche Vernunft, der bewahre Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen

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