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Predigt über Jesaja 9,1+5+6 am Heiligen Abend (24. Dezember 2021)

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen

Gebet

Liebe Gemeinde!

Ein Pfarrer hatte einmal seine Kirche renovieren lassen. Zu Weihnachten sollte alles fertig sein.

Da bekam er überraschend eine große Spende. Davon wollte die Gemeinde sich nun einen Traum erfüllen. Über der Kirchentür sollte ein Bibelspruch die Gottesdienstbesucher begrüßen, holzgeschnitzt und handgearbeitet.

Deshalb fuhr der Pfarrer zu einem Holzschnitzer und bat ihn, noch so kurz vor Weihnachten den Auftrag anzunehmen.

Dieser sagte schließlich zu und der Pfarrer fuhr beglückt nach Hause.

Kaum angekommen, erreichte ihn ein Telegramm vom Holzschnitzer. „Hauptsache vergessen: Wie heißt der Spruch? Wie sind die Maße?“

Als der Holzschnitzer die Antwort des Pfarrers las, traute er seinen Augen nicht. Denn dort stand:

„UNS IST EIN KIND GEBOREN. EIN SOHN IST UNS GEGEBEN. DREI METER LANG. EINEN HALBEN METER BREIT.“ ---

Nein, das Wunder von Weihnachten lässt sich nicht mit unseren Maßen messen. Denn dieses Wunder übersteigt einfach alle unsere Größenordnungen.

Hören wir nun auf den Satz, den dieser Pfarrer haben wollte, im Zusammenhang der Bibel:

Jesaja 9,1.5.6:

Das Volk, das in der Finsternis lebt, sieht ein großes Licht; hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind. Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn »Wunderbarer Ratgeber«, »Starker Gott«, »Ewiger Vater«, »Friedensfürst«. Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. Auf dem Thron Davids wird er regieren und sein Reich auf Recht und Gerechtigkeit gründen, jetzt und für alle Zeit. Der Herr, der allmächtige Gott, wird dies eintreffen lassen, leidenschaftlich verfolgt er sein Ziel.

Welches ist wohl das wichtigste Wort in diesem Bibelabschnitt?

Hier stehen ja eine Fülle gewichtiger Worte auf engstem Raum beieinander. Schwerwiegende und bedeutungsvolle Begriffe: das große Licht, oder die Herrschaft auf der Schulter des Kindes. oder der Friede ohne Ende, oder Recht und Gerechtigkeit bis in Ewigkeit.

Über jeden dieser Begriffe könnte man wohl eine ganze Weihnachtspredigt halten.

Aber was ist denn nun das wichtigste Wort in unserem Text? Es ist das kleine Wörtchen: „UNS“.

Nicht zufällig kommt es gleich zweimal vor.

Der Prophet Jesaja sagt nicht: „Es ist ein Kind geboren“, sondern er ruft: „UNS ist ein Kind geboren, ein Sohn ist UNS gegeben.“

Und die Engel sagen zu den Hirten auf den Feldern bei Bethlehem nicht: „Es ist heute der Heiland geboren“, sondern: „EUCH ist heute der Heiland geboren.“

Gott hat es auf uns abgesehen. Er schickt seinen Sohn zu uns, in unsere Mitte. Deshalb wird dann erst richtig Weihnachten, wenn wir dieses Geschenk Gottes nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern glauben und es ganz persönlich für uns annehmen. ---

Sicherlich haben Sie alle das Weihnachtsfest und die anstehende Bescherung gut vorbereitet. Die Gans ist vielleicht schon fertig gebraten, die Geschenke liegen unter dem Baum und die Kinder auf der Lauer, wann es denn endlich losgeht.

Aber wo ist dieses Kind, das Gott schickt? Welchen Platz hat Jesus nicht nur an Weihnachten bei dir und mir?

Bleibt er hier in der Kirche liegen, die wir zu Weihnachten aus alter Tradition besuchen? Bleibt er in der Wohnzimmerecke liegen, im Kreis der holzgeschnitzten Krippenfiguren? Oder bleibt er gar vor der Tür stehen, weil er sonst unsere Stimmung stören würde?

Nein, nicht, dass wir Jesus ablehnen. Davon kann überhaupt keine Rede sein. Wir sind ja schließlich Christen und sind heute ganz bewusst in den Gottesdienst gekommen.

Aber nehmen wir unseren Herrn Jesus Christus denn wirklich für uns ganz persönlich in Anspruch, ihn, den Sohn Gottes, der heute zu uns kommt?

Das ist die große Frage, die uns an Weihnachten von Gott selbst gestellt wird.

Denn: „UNS ist ein Kind geboren, UNS ist Gottes Sohn gegeben!“ Uns allen! Keiner hier in der Kirche ist davon ausgenommen.

Und auch die sind gemeint, die heute nicht zum Gottesdienst gekommen sind. Allen gilt dieser Ruf. Zu allen will es kommen, dieses Kind, das später der Retter der Welt wird.

Wenn nun dieses Kind unser Kind geworden ist, dann aber nicht so, als ob wir über dieses Kind bestimmen könnten und das Sagen hätten. So, als ob wir mit ihm nach unserem Belieben umgehen könnten. Und auch nicht so, als ob es am Ende vor den gleichen Problemen kapitulieren müsste, wie wir.

Dieses Kind ist ja kein normales menschliches Kind, vielmehres kommt es von Gott. Es ist Gottes Sohn. In Jesus kommt ja Gott selbst. Der Herr, der Raum und Zeit geschaffen hat, der die Welt und das Universum umspannt und trägt, dieser Herr wird ein Kind. Er kommt zu uns.

Man kann ihn sehen, begreifen, sich mit ihm befassen, ihn lieben, mit ihm zusammenleben. Jesus Christus kommt uns auf Augenhöhe entgegen.

Was würde uns ein weit entfernter Gott nutzen, der uns nicht zum Greifen nahekäme, der nicht so klein wäre wie ein Kind? Ein Gott der uns nicht so persönlich gegenübertreten kann, dass er in unsere Nöte und unsere Freuden hineinsieht? ---

Gar nichts! Denn wir stünden elend und gottverlassen hier. Uns bliebe dann nur der sehnsüchtige Blick zum Himmel, aber wir blieben doch allein. ---

Aber zum Glück ist ja heute Weihnachten. Hören Sie es darum alle wieder ganz bewusst: UNS ist ein Kind geboren! IHNEN und MIR. Für jeden von uns.

Zu unserer Rettung. Uns zur Freude. Dieses Kind ist unser Glück. ---

Und warum das alles? Gott wird ein Kind, damit wir Gottes Kinder werden können, seine Kinder. Mit dem Kind in der Krippe hat damals alles begonnen. ---

Die Fortsetzung der Weihnachtsgeschichte sieht dann so aus: Jesus begegnet ganz verschiedenen Menschen. Ihnen allen hält er die Tür offen zum himmlischen Vater. Ja, er sagte sogar einmal von sich selber: „Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eintritt, wird gerettet werden.“

Deshalb ruft er allen zu: Folgt mir nach. Vertraut mir. Glaubt an mich.

Damals sind sie alle mit ihm gegangen: die Jünger, Maria Magdalena und Johannes, Zachäus und Bartimäus, und wie sie alle heißen.

Alle erkannten: das ist der Mann Gottes für uns. Und alle erlebten es: Dieser Gottessohn macht uns zu Gottes Kindern. Er schenkt uns neues Leben. Er verleiht unserem Herzen ein tiefe Geborgenheit. Und er eröffnet uns seine Hoffnung, die wirklich trägt. ---

In unserem Predigttext wird von Frieden und Gerechtigkeit, von Wundern und Ewigkeit gesprochen. All das haben sie gefunden, als sie Jesus fanden.

UNS ist ein Kind geboren“ – „der Gottessohn ist zu UNS gekommen“ - diese Botschaft hat ihr Leben verwandelt. Denn sie haben sich ihm geöffnet. Sie haben für ihn das Herz weit aufgemacht. Sie haben ihm Zutritt gewährt in ihr Leben.

Millionenfach ist diese Botschaft seither weitergesagt worden. Heute erreicht sie uns: UNS ist ein Kind geboren. Ein Kind und ein Herr, den wir hereinbitten sollten, damit wirklich Weihnachten bei uns wird. ---

Folgende Geschichte geschah am Heiligen Abend in einer süddeutschen Gemeinde. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz besetzt. Die Konfirmanden haben ein Weihnachtsspiel eingeübt, mit allen Personen, die damals in Bethlehem dabei waren. Maria und Joseph in den Hauptrollen. Dazu Hirten, Engel und die Weisen. Und auch der Wirt, eher eine Figur am Rande.

Michael hat diese Rolle bekommen. Nur einen Satz muss er sagen. Aber der ist wegweisend für die weitere Geschichte. Sie hatten es oft genug geprobt.

Maria und Joseph klopfen an die Tür, die im Altarraum aufgebaut war und bitten flehentlich um ein Quartier, denn Maria ist hochschwanger. Der Wirt aber gibt barsch zur Antwort: „Alles besetzt! Für das Jesuskind ist hier kein Platz!“ Dann muss Michael erbost die Tür zuknallen.

Nur ein einziger Satz. Der aber wird für Michael zum Problem. Er kann es nicht verstehen, dass es diesen Satz überhaupt gibt.

Darum spricht er mit dem Pfarrer darüber. „Kein Platz für Jesus, das kann doch gar nicht sein. Jesus hatte doch so viel Gutes getan. Warum muss ich dann zu ihm sagen: Hier ist alles besetzt?“

Der Pfarrer versucht es ihm zu erklären. Dennoch kommt diesen Satz dem Michael kaum über die Lippen. Und je näher der Heilige Abend kommt, desto unruhiger wird er.

Dann beginnt das Krippenspiel. Alles läuft wie besprochen. Nun stehen Maria und Joseph, müde von der langen Reise, vor der Tür der Herberge. Sie klopfen und Joseph sagt den eingeübten Text. Er bittet um ein Zimmer.

Nun ist Michael an der Reihe. Nach einem kurzen Moment des Nachdenkens macht er die Türe weit auf und sagt mit liebvoller, einladender Stimme: „Aber ja! Kommt nur herein. Für euch und das Kind habe ich immer Platz. Für euch räume ich sogar mein Zimmer aus!“ ---

Viele in der Kirche halten den Atem an. Alle wissen, was auf dem Spiel steht. Jetzt kann die Geschichte nicht mehr wie geplant weitergehen.

Der Satz, den Michael als Wirt gesprochen hat, hallt noch in den Ohren: „Kommt nur herein! Für Jesus ist immer Platz.“

Michael ist sichtlich erleichtert und strahlt über beide Backen. Der Pfarrer aber, um das Krippenspiel zu retten, unterbricht. „Sie alle wissen“, sagt er, „dass das eben nicht so gewesen ist ... .“ ---

Ja, es war anders. Jesus kam auf diese Welt, aber die Menschen nahmen ihn nicht auf. Bis heute ist das oft so. Wie viele stellen, wie der Wirt damals in Bethlehem, ein Schild auf: „Kein Raum“. Kein Platz für Jesus.

Doch heute gilt uns allen die Einladung wieder ganz neu: „UNS ist ein Kind geboren“. Für uns ist der Helfer gekommen. Ausgerichtet auf ihn nur kann unser Leben gelingen.

„Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter“, sagt der Prophet Jesaja. Darum hat dieses Kind auch die Kraft, uns all das abzunehmen, was uns bedrückt. Jesus will mehr sein, als nur eine nette Weihnachtsdekoration. Er will weder in der frommen Ecke abgestellt werden, noch vor der Tür stehen gelassen werden. Er will von uns hereingebeten werden mitten in unser Leben. Denn er ist gekommen, um unser Helfer und Retter zu werden. Amen

Und der Friede Gottes, welcher höher ist, als unsere menschliche Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

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