Spende

Wer für unsere Kirchengemeinde Mistelbach spenden möchte, kann hier

online spenden

 

oder eine Spende auf folgendes Konto überweisen:

Spendenkonto Evang.-Luth Kirchengemeinde Mistelbach

IBAN: DE04 7806 0896 0009 6490 93

BIC: GENODEF1HO1

VR Bank Bayreuth-Hof eG

Herzlichen Dank!


 

 

Predigt über Johannes 6,37 am 1. Sonntag nach Weihnachten (02. Januar 2022)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen

„Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Jahreslosung 2022 aus Johannes 6,37

Gebet

Liebe Gemeinde!

Wir begrüßen das neue Jahr, es liegt mit seinen 365 Tagen einladend vor uns. Neues Land! Aber auch unbekanntes Land.

Manche kommen erschöpft an der Schwelle von der alten zur neuen Zeit an. Weil ein anstrengendes Jahr zu Ende gegangen ist. Es gab viel Bedrohliches und Mühsames – vor allem durch die Corona-Pandemie. Lange Monate voller Einschränkungen und Sorgen, die für die meisten von uns einfach keine gute Zeit war. Dazu Naturkatastrophen und Unfriede an so vielen Orten. Selbst wer nicht betroffen ist, bleibt dem gegenüber nicht kalt.

Jetzt wäre Hoffnung gut. Die Hoffnung, dass im Jahr 2022 das Leben wieder besser weitergeht. Unbeschwerter. In Frieden und Sicherheit - weltweit.

Und dass wieder dauerhaft viel Nähe zwischen Menschen möglich ist. Die Einschränkungen der Pandemie sollten nach und nach aus dem Leben verschwinden können.

Und auch für die Gottesdienste wäre das eine schöne Vorstellung: Wieder von Herzen miteinander singen und im großen Kreis das Abendmahl feiern können. Innerhalb der Gemeinde beisammen sein und sich wieder ohne Masken zulächeln können.

Was gibt uns nun Sicherheit an der Schwelle zum neuen Jahr? Viele Menschen hoffen auf den unermüdlichen Forschergeist der Wissenschaft. Sie hoffen auf Fortschritte und Neuentdeckungen in der Medizin. Auf Weitsicht und Umsicht in der Politik. Und sicher auch auf eine Portion Glück.

Wir Christen hoffen das sicher auch. Aber wir hoffen dazu noch auf etwas Anderes. Wir hoffen auf mehr als das, was Menschen tun können oder was sich zufällig ergibt. Wir hoffen auf Gott. Wir hoffen und vertrauen darauf, dass er unsere Zeit in seinen Händen hält.

Deshalb beginnen wir das neue Jahr in Gottes Namen. Und sagen: Jesus soll die Losung sein.

Und nun gibt es an der Schwelle zum neuen Jahr, einen Satz, der uns unheimlich guttut. Ein Wort von Jesus. Er spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Kurz und gut. Eindrücklich und ganz ohne Wenn und Aber. Niemand, der zu Jesus kommt, bleibt vor verschlossener Tür stehen. Niemand muss ohne Antwort weitergehen. Niemand wird allein gelassen mit dem Anliegen, das einem unter den Nägeln brennt, der Frage, die auf der Seele liegt, der Bitte, die keinen Aufschub mehr duldet.

Weil Jesus lebendig ist. Weil er es versprochen hat: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Nikodemus zum Beispiel. Er kommt bei Nacht zu Jesus. Unsicher nähert er sich. Er tastet sich heran an den, der ihn interessiert und an das, was er glauben will. Aber ganz sich öffnen – das schafft Nikodemus noch nicht.

Und Jesus? Er antwortet. Er zeigt eine Spur auf, wie das Leben gut wird. Wie es neu wird.

Nikodemus ist eigentlich der Lehrer, aber er versteht nicht, wie das geht: Von Neuem geboren werden. Aber das macht nichts. Er kann seine Zweifel und Fragen nennen. Und Jesus erklärt alles immer wieder. Geduldig und freundlich. Er ist ja von Gott nicht als Richter in die Welt geschickt worden, sondern als Retter. Der Retter, Jesus, weist keinen ab, der Rettung braucht. So vorsichtig und zaghaft wir auch noch sein mögen.

Oder die Frau aus Samaria, deren Namen wir nicht kennen. Wir erfahren nur: Eine Frau mit zweifelhafter Vergangenheit. Am Jakobsbrunnen trifft sie mit Jesus zusammen. Ein Gespräch beginnt und Jesus macht ihr deutlich: Ich kenne deine Beziehungsprobleme. Aber er verachtet sie deswegen nicht. Zudem gibt es eigentlich keine Gemeinschaft zwischen Juden und Samaritern. Doch auch die religiösen Unterscheide führen nicht dazu, dass er die Frau abweist. Jesus gibt sich der fremden Frau sogar als der Messias zu erkennen (4,26). Mit einer sonst in den Evangelien eher seltenen Klarheit sagt er: Ich bin’s, der mit dir redet.

So kommt Bewegung und Heil in das Leben der fremden Frau. So kann Bewegung und Heil in das Leben von allen Menschen kommen. Ganz egal, was ihr Leben bis jetzt bestimmt hat.

Eines ist klar: Um Hilfe bitten ist nicht leicht. Vielleicht hören wir deshalb davon in so vielen Variationen.

Da kommt zu Jesus auch ein römischer Hauptmann. Einer, der sonst die Befehle gibt. Er kennt es nicht anders, als dass erfüllt wird, was er will. Dieser Hauptmann bittet für seinen Knecht, um den er sich Sorgen macht.

Doch Umstände machen will er nicht. Herr ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. (Matth. 8,8).

Klein macht sich der mächtige Hauptmann. Und groß macht er die Hoffnung auf den, der retten kann. Leicht hätte Jesus sagen können: Für Heiden bin ich nicht zuständig. Doch so ist Jesus nicht.

Und dann diese Mutter aus Syrophönizien. Sie spürt Jesus auf, als er selbst Ruhe braucht. Sie wirft sich ihm buchstäblich vor die Füße. Und als er sie beinahe wegschicken will, legt sie jeden Stolz ab: „Wie die Hunde von den Krümeln satt werden, die vom Tisch der Herren fallen. So kannst du auch mir helfen.“ Diese unfassbaren Worte sagt sie. Und lässt nicht locker. „So lass doch bitte, bitte auch für mich und mein Kind etwas von deinem Heil übrig. Ein paar Krümel deiner Gnade werden reichen!“

In diesen beiden Fällen war es eher knapp. Hilfe und Rettung waren nicht selbstverständlich.

Doch Jesus hat die bekannten Grenzen einfach überwunden. Zusammen mit denen, die sich ihm anvertraut haben. Jesus hat die Not gesehen. Er hat den Mut der Bittenden gelobt. Den Glauben und die Hoffnung: Hier werde ich Hilfe finden, auch wenn sonst niemand helfen will oder kann.

Jesus kannte das ja auch. Er wurde selbst nicht angenommen von Menschen:

Schon in Bethlehem hatte es begonnen. Kurz vor seiner Geburt, noch im Mutterleib gab es keinen Raum in einer Herberge für Eltern und Kind.

Die ersten Jahre verbrachten sie im Exil, von Herodes verfolgt. Später wurde Jesus in Samaria abgewiesen. Man hat ihn aus der Stadt gedrängt und hätte ihn beinahe getötet. „Was maßt sich dieser Mann an?“, haben die Führenden immer wieder gefragt. Der Messias kann so einer jedenfalls nicht sein.

Doch nicht einmal die, die ihn abgewiesen haben, gibt Jesus auf. Er betet vielmehr noch vom Kreuz aus für die, die seine letzte Abweisung in die Tat umsetzen: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Abgewiesen werden ist bitter: Abgewiesen als Bewerber auf eine Stelle oder um ein Stipendium. Als Mieter bei der Wohnungssuche. Als Liebender bei der Geliebten.

Abgewiesen werden ist eine schlimme Erfahrung. Es macht traurig und tut weh. Aber zugleich kann nicht jeder meine Wünsche erfüllt werden. Ich kann nicht jede Stelle bekommen, die ich möchte. Es kann passieren, dass ich mich in jemanden verliebe, der schon auf eine andere oder einen anderen ein Auge geworfen hat. Und wenn ich an der Tür klingle und sammeln will für die Diakonie, dann muss es ok sein, wenn die Leute lieber für Unicef spenden.

Doch bei Jesus geht es hier um mehr als ersetzbare Dinge im heutigen Leben. Es geht um mehr als das, was ich notfalls verschmerzen kann.

Es geht Jesus ums Ganze. Es geht ihm um die Ewigkeit. Um das Leben mit Gott in seiner ganzen Fülle. Er sagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!

Jedem Menschen gilt das. Bedingungen gibt es nicht. Jeder ist willkommen.

Einen Petrus konnte Jesus brauchen. So wenig standfest er auch manchmal war.

Einen Paulus nahm Jesus in einen Dienst, so sehr er auch vorher gegen Jesus gearbeitet hatte.

Und auch wir sind heute hier!

Ich weise dich nicht ab, sagt Jesus, egal wie deine Geschichte ist, egal, was dich gerade beschäftigt, egal, was dich ausmacht, egal, was morgen kommt.

Darum wäre das wohl ein guter Vorsatz für das neue Jahr: Ich will zu ihm kommen, zu Jesus. Mit allem, was mich bewegt. Mit meinen Sorgen und Ängsten, meiner Verzweiflung und Einsamkeit.

Ich will mich auch immer wieder zu ihm aufmachen mit meiner Schuld, meinen Zweifeln und meinem Mangel an Liebe und Glauben.

Ich will mit allem zu ihm kommen und will versuchen, ihm zu vertrauen. Ich sage es mir vor: so viel ist sicher. Jesus wird mich nicht abweisen.

Was für ein guter Start ins neue Jahr: Zu Jesus kommen und alle Hilfe, allen Schutz, alle Sicherheit von ihm erwarten. Ihm die Bitten sagen. Ihn fragen, was unverständlich bleibt. Ihm klagen, was bisher nicht gelungen ist. Ihm sagen: Ich hoffe auf dich. Ich warte auf dich. Sei du mein Heiland!

Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

 

Mit einem Liedtext von Pfarrer Gustav Knak, der im 19. Jahrhundert Leiter von etlichen Berliner Missionsgesellschaften war, möchte ich schließen:

Keiner wird zuschanden, welcher Gottes harrt,

sollt‘ ich sein der erste, der zuschanden ward?

Nein, das ist unmöglich, du getreuer Hort!

Eher fällt der Himmel, eh mich täuscht dein Wort!

 

Nun, so will ich‘s wagen, Herr auf dein Gebot.

Alle meine Sorgen, eigne, fremde Not,

all mein heimlich Grämen, alles, was mich quält,

dir ans Herz zu legen, der die Tränen zählt.

 

Amen

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als unsere menschliche Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen

Wie Sie unsere Kirche finden!

Kontakt

Evang.-Luth. Kirchengemeinde Mistelbach

Pfarrer Wolfgang Heidenreich
Hardtstr. 7
95511 Mistelbach

Telefon: 09201/363
Telefax: 09201/799663
E-Mail: pfarramt.mistelbach@elkb.de

Bürostunden Pfarramt:
Dienstag 14:00-16:00 Uhr und Mittwoch 09:00-11:00 Uhr
im Pfarrhaus, Hardtstr. 7, 95511 Mistelbach

Vertrauensfrau des Kirchenvorstands:
Frau Daniela Dütsch, Am Sandacker 2, 95511 Mistelbach
Telefon 09201/799556

Stellvertretender Vertrauensmann des Kirchenvorstands:
Herr Oswald Roith, Forkendorfer Str. 4, 95511 Mistelbach
Telefon 09201/1027
E-Mail: oswald.roith@gmx.de


Bankverbindungen:
IBAN: DE04 7806 0896 0009 6490 93 (Spenden, Pacht)
IBAN: DE05 5206 0410 0101 3038 05 (Rechnungen)
IBAN: DE92 7806 0896 0209 6490 93 (Kirchgeld)

Bild rechts:
Pfarrer Wolfgang Heidenreich
Hardtstr. 7
95511 Mistelbach
09201/363